Informationen zum Strompreis

Zahlen, Daten, Fakten

04.03.2019

Ihr Strompreis hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die dafür sorgen können, dass der Preis fällt oder ansteigt bleibt. Auf den Großteil dieser Faktoren haben Energieversorger keinen Einfluss, sodass es Jahre gibt, in denen die meisten Versorger ihre Preise mehr oder weniger gleichzeitig senken oder auch erhöhen müssen. Erstmals seit 2 Jahren wird HAMBURG ENERGIE seine Preise in diesem Jahr anpassen. Grund dafür sind die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise an der Strombörse sowie höhere Netzentgelte. Allein diese beiden Faktoren machen zusammen über die Hälfte des Strompreises aus. Zum 1. Mai hebt HAMBURG ENERGIE deshalb die Preise an. Trotz des Anstiegs sind die neuen Preise für unseren Ökostrom weiterhin günstig, fair und liegen selbstverständlich nach wie vor deutlich unter dem Preisniveau des Grundversorgungstarifs von Vattenfall.

 

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Die Bestandteile des Strompreises lassen sich in vier Bereiche gliedern:

  1. Energiekosten
  2. Netznutzungsentgelte
  3. Gesetzliche Steuern und Abgaben
  4. Individuelle Kosten des Energieversorgers (z. B. Marketing und Kundenservice)

Auf die ersten drei Preisbestandteile hat HAMBURG ENERGIE kaum Einfluss, dabei machen sie den allergrößten Teil des Strompreises aus. Einzig unsere hauseigenen Kosten (z. B. für unseren Kundenservice) können von uns direkt beeinflusst werden. Sie stellen aber nur einen Bruchteil des Gesamtpreises dar.

Die Energiekosten

Die Energiekosten werden vor allem durch den zuletzt stark gestiegenen Preis für die Strombeschaffung bestimmt. Dieser hat allein im Jahr 2018 um über 50 % zugelegt. Auf die Preisentwicklung an der Strombörse haben wir als regionales Versorgungsunternehmen jedoch kaum Einfluss.

Entwicklung der Energiepreise an der Strombörse im Jahr 2018.

 

Die Netznutzungsentgelte

Den zweiten Bereich bilden die Netznutzungsentgelte. Sie sind Gebühren, die Strom- und Gasnetzbetreiber für die Nutzung ihrer Netzinfrastruktur bei den Energieversorgern erheben. Das Netzentgelt ist somit eine Gebühr für den Transport und die Verteilung von Strom bzw. Gas. Sie machen gut ein Viertel des Strompreises aus und sind zuletzt für das Jahr 2019 stark angestiegen, in Hamburg z. B. um über 13 %.

Anteil der Netzentgelte am Strompreis.

 

Die gesetzlichen Steuern, Abgaben und Umlagen

Den größten Bereich bilden gesetzliche Steuern und Abgaben – darunter fallen z. B. die Mehrwertsteuer aber auch spezielle Umlagen wie die EEG-Umlage, die Offshore-Umlage, die KWKG-Umlage, die Sonderkunden-Umlage und die Abschaltumlage. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, scrollen Sie einfach weiter nach unten, dort haben wir die wichtigsten Informationen für Sie in Kurzform zusammengestellt.

Anteil der gesetzlichen Steuern, Abgaben und Umlagen am Strompreis.

 

Darauf sollten Sie bei Ihrem Stromtarif achten

Neben dem Preis gibt es noch einige weitere Merkmale, die Sie bei der Wahl Ihres Stromtarifs nicht außer Acht lassen sollten. Wir haben Ihnen die wichtigsten Aspekte in einer Übersicht zusammengestellt. So finden Sie kinderleicht den Tarif, der am besten zu Ihren Wünschen passt.

Unsere Strompreisgarantien

Ein optimaler und kinderleichter Weg um sich gegen steigende Strompreise abzusichern, ist die Wahl eines Ökostromtarifs mit Preisgarantie. Je nach gewähltem Tarif bieten wir unterschiedliche Preisgarantien an. Entscheiden Sie selbst, wie viel Sicherheit Sie sich wünschen.

Die Energiepreisgarantie

Alle Preisbestandteile, die HAMBURG ENERGIE zumindest teilweise beeinflussen kann (vor allem Kosten für Vertrieb und Kundenservice), werden sich im Garantiezeitraum für Sie nicht verändern – das ist unsere Energiepreisgarantie. Gesetzliche Steuern, Abgaben, Umlagen und Netznutzungsentgelte sind nicht Teil der Energiepreisgarantie.

Ihr Vorteil

Sie erhalten einen Basisschutz vor Preiserhöhungen. So wird das Sparen mit unseren günstigen Ökostromtarifen noch entspannter.

 

Die Energiepreisgarantie inkl. EEG-Umlage

Zusätzlich zum Energiepreis wird sich im Rahmen dieser Preisgarantie auch eine Steigerung der EEG-Umlage nicht auf Ihren Strompreis auswirken. Weitere gesetzliche Steuern, Abgaben, Umlagen und Netznutzungsentgelte sind nicht Teil dieser Preisgarantie. Aktuell bieten wir keinen Tarif mit dieser Preisgarantie mehr an.

Ihr Vorteil

Die EEG-Umlage dient dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und ist zuletzt stark gestiegen. Damit saubere Energie keine Frage des Geldbeutels wird, federn wir diese Steigerungen für Sie ab.

 

Die eingeschränkte Preisgarantie

Die eingeschränkte Preisgarantie umfasst alle Preisbestandteile, die HAMBURG ENERGIE direkt beeinflussen kann (Energiepreis). Darüber hinaus sind Sie vor steigenden Netznutzungsentgelten geschützt. Gesetzliche Steuern, Abgaben und Umlagen sind nicht Teil der eingeschränkten Preisgarantie. Unser Tarif ELBSTRAND verfügt über eine eingeschränkte Preisgarantie.

Ihr Vorteil

Sie sind effektiv gegen steigende Netznutzungsentgelte geschützt, die derzeit den größten Teil des Strompreises ausmachen. Sie möchten noch mehr Sicherheit? Dann wählen Sie einfach einen Tarif mit voller Preisgarantie.

 

Die volle Preisgarantie

Mit der vollen Preisgarantie sichern Sie sich den perfekten Rundumschutz gegen Preiserhöhungen. Alle Preisbestandteile sind darin enthalten: Energiepreis, Netzentgelte sowie alle gesetzlichen Abgaben, Umlagen und Steuern (sogar die Mehrwertsteuer). Unser Tarif STRANDPERLE verfügt über eine volle Preisgarantie.

Ihr Vorteil

Ihr Strompreis bleibt im gesamten Garantiezeitraum stabil – ohne Wenn und Aber.

 

Häufige Fragen zum Strompreis

Wie die meisten Tarife setzen sich auch die von HAMBURG ENERGIE aus einem Arbeits- und einem Grundpreis zusammen. Daraus ableiten lässt sich der spezifische Preis je Kilowattstunde, der entscheidend für Preisvergleiche und Preissteigerungen ist.

Arbeitspreis
Mit dem Arbeitspreis werden die Kosten für den Verbrauch einer Kilowattstunde (kWh) Strom bezeichnet. Der Arbeitspreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Enthalten sind Kosten für gesetzliche Steuern und Umlagen (z. B. EEG-Umlage und Stromsteuer), für die Netznutzung sowie für Energiebeschaffung, Vertrieb und Kundenservice. Der Arbeitspreis wird in Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) angegeben.

Grundpreis
Während der Arbeitspreis in Abhängigkeit vom tatsächlichen Stromverbrauch nach Kilowattstunden berechnet wird, handelt es sich beim Grundpreis um die verbrauchsunabhängige Strompreis-Komponente. Enthalten sind Kosten für die Abrechnung, die Messung und den Messstellenbetrieb. Der Grundpreis wird in Euro pro Monat angegeben.

Spezifischer Preis
Multipliziert man den Arbeitspreises mit den verbrauchten Kilowattstunden und rechnet die Grundgebühr pro Jahr hinzu, erhält man den Gesamtpreis. Daraus lässt sich der spezifische Preis errechnen, der effektiv je Kilowattstunde bezahlt wird.

Ökostrom ist heute weitaus günstiger als landläufig angenommen und oft sogar preiswerter als konventioneller Strom aus Atom- und Kohlekraft. Zudem gilt wie bei vielen Produkten auch bei Ökostrom: Qualität zahlt sich auf lange Sicht aus.

Bis 2050 sollen laut Bundesregierung 80 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen stammen. Mit gutem Grund: Atomenergie birgt hohe Risiken, und es gibt bislang keine Möglichkeit, den anfallenden Atommüll langfristig sicher zu lagern. Energie aus fossilen Energieträgern ist ebenfalls nicht nachhaltig. Sie belastet das Klima, und die fossilen Ressourcen sind endlich. Die gesellschaftlichen Kosten, die aus den Nachteilen von Atomenergie und fossilen Energieträgern langfristig entstehen, sind im Strompreis bislang nicht abgebildet. Sie belasten die Verbraucher auf Umwegen trotzdem: Beispielsweise müssen Kosten für die Endlagerung von Atommüll und entstehende Umweltschäden letztlich aus Steuergeldern beglichen werden.

Einen Ausweg bieten die erneuerbaren Energien, also die Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenkraft. Sie sind umweltfreundlich, risikoarm und langfristig nutzbar. Durch sie entstehen keine volkswirtschaftlichen Folgekosten, die nicht im Strompreis enthalten sind. Darüber hinaus sind die regenerativen Ressourcen – anders als Öl, Gas, Kohle und Kernenergieträger – weltweit frei verfügbar. Deutschland wird unabhängig von teuren Rohstoffimporten und Preisschwankungen auf den Energiemärkten.

Deutschland hat sich anspruchsvolle Ziele gesetzt: Bis 2050 sollen 80 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Damit übernimmt die Bundesrepublik in Europa und weltweit eine Vorreiterrolle. Diese Ziele lassen sich nur erreichen, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energie konsequent gefördert wird. Dies geschieht mit der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Im EEG werden gezielt Anreize gesetzt, in erneuerbare Energien zu investieren. Wie funktioniert das? Die Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom aus regenerativen Erzeugungsanlagen abzunehmen. Die Betreiber der Anlagen bekommen vom Netzbetreiber feste, auf 20 Jahre garantierte Vergütungssätze für den eingespeisten Strom. Die Vergütungssätze liegen dabei über dem durchschnittlichen Strompreis an der Börse. Wer in regenerative Erzeugungsanlagen investiert, bekommt folglich seinen Strom verbindlich abgenommen und erhält sichere Preise. Das fördert den Ausbau der erneuerbaren Energie in Deutschland.

Der Netzbetreiber verkauft den Strom aus den regenerativen Erzeugungsanlagen an der Börse. Damit deckt er aber nicht die Ausgaben durch die festen EEG-Vergütungssätze, die er an die Anlagenbetreiber zahlen muss. Die Differenz zwischen der Vergütung nach EEG und dem Erlös an der Börse wird auf den Verbraucher umgelegt – mit der sogenannten EEG-Umlage. Die Energieversorger sind verpflichtet, die EEG-Umlage bei den Kunden einzusammeln und an den Übertragungsnetzbetreiber weiterzuleiten.

Ein Teil der in Deutschland regenerativ erzeugten Strommenge soll künftig aus Offshore-Anlagen stammen – also Windenergieanlagen, die zumeist in großen Windparks vor der Küste in Nord- und Ostsee entstehen. Die Übertragungsnetzbetreiber müssen dafür Sorge tragen, dass diese Anlagen an das Stromnetz angebunden werden. Geschieht das nicht rechtzeitig, müssen Entschädigungsleistungen an die Anlagenbetreiber gezahlt werden. Um das Haftungsrisiko für die Übertragungsnetzbetreiber zu minimieren und den Ausbau der Offshorewindenergie zu beschleunigen, hat die Bundesregierung die Einführung der Offshore-Umlage beschlossen. Damit wird ein Teil der anfallenden Entschädigungsleistungen auf die Verbraucher umgelegt. Die Offshore-Umlage wird von Verbraucherschützern kritisiert, weil damit die Belastungen der Energiewende einseitig auf die Verbraucher umgelegt werden.

Die KWKG-Umlage funktioniert ähnlich, wie die EEG-Umlage. Mit ihr wird die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen nach gleichem Muster wie bei der EEG-Umlage auf die Verbraucher umgelegt. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen werden gefördert, weil sie durch die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme sehr effizient und damit umweltfreundlich sind, obwohl sie auch mit konventionellen Brennstoffen betrieben werden.

Die Umlage nach § 19 Abs. 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) regelt, dass sich stromintensive Betriebe bei der Bundesnetzagentur von der Zahlung der Netzentgelte befreien lassen können. Mit dieser Regelung soll angesichts steigender Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf den Weltmärkten gesichert werden. Mit der Umlage nach §19 StromNEV werden die Kosten der Befreiung der stromintensiven Betriebe auf die übrigen Verbraucher umgelegt.

Netzbetreiber entschädigen große Stromverbraucher dafür, dass sie ihre Anlagen dann abschalten, wenn zu wenig Strom im Netz ist. So bleibt die Stabilität gesichert. Die Entschädigungszahlungen werden über die Abschaltumlage von den Verbrauchern finanziert.

Der Strompreis setzt sich aus vielen unterschiedlichen Bestandteilen zusammen. Ein Großteil davon sind Faktoren, die wir als Unternehmen nicht beeinflussen können, wie z. B. Netzentgelte oder die EEG-Umlage. Eine seriöse Prognose darüber, wie sich die Preise künftig entwickeln werden, kann daher kein Energieversorger abgeben. Wir setzen aber alles daran, mit unserer Preispolitik unsere Tarife so verlässlich, transparent und planbar wie möglich zu gestalten.

die jetzt eine Preiserhöhung erhalten haben?

Unser Ziel ist es, ehrlich guten Strom für alle Hamburgerinnen und Hamburger anzubieten. Dazu zählt selbstverständlich auch ein fairer und transparenter Preis. Durch eine inzwischen mehr als 10 Jahre gewachsene Struktur unterschiedlicher Tarife, haben unsere Kundinnen und Kunden zum Teil für eine vergleichbare Leistung leicht unterschiedliche Preise gezahlt. Durch gleiche Preise für Bestands- und Neukunden wollen wir damit aufräumen. Außerdem wollen wir vermeiden, dass Neukunden durch höhere Preise die niedrigeren Preise von Bestandskunden subventionieren müssen – oder umgekehrt.