HAMBURG WASSER hat seine Ziele für 2010 erreicht. Doch die wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Hamburg bleiben angesichts sinkender Einnahmen und wachsender Kosten unverändert schwierig. HAMBURG WASSER setzt bei den notwendigen Optimierungsanstrengungen vor allem auf Ressourceneffizienz. Ein großes Ziel ist mit dem energieautarken Klärwerk erreicht. Das Tochterunternehmen HAMBURG ENERGIE schließt sein erstes vollständiges Geschäftsjahr über Plan ab.
Mit einem Umsatz von 471,8 Millionen Euro hat HAMBURG WASSER seine wirtschaftlichen Ziele für 2010 erreicht. Der Jahresüberschuss der Hamburger Wasserwerke GmbH in Höhe von 39 Millionen Euro wird mittelbar über die Beteiligungsverwaltung an die Stadt abgeführt. Die Hamburger Stadtentwässerung AöR erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Überschuss von 31,2 Millionen Euro, der zum Werterhalt der Anlagen den Rücklagen zufließt.
Die langfristigen Entwicklungen in der Wasserwirtschaft stellen HAMBURG WASSER weiterhin vor Herausforderungen: Der private Wasserverbrauch ist in den letzten 20 Jahren um rund ein Viertel gesunken auf heute 108 Liter pro Einwohner und Tag. Die Wasserbedarfsprognose geht von einem weiteren Rückgang aus. Der rückläufige Trend gilt jedoch nicht für die Kostenseite, die bei Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung durch einen hohen Fixkostenanteil von etwa 80 Prozent geprägt ist. Hinzu kommen gestiegene Energiekosten, die Erhöhung der Grundwasserentnahmegebühr durch die FHH und die allgemeine Preissteigerung. Für HAMBURG WASSER bedeutet das sinkende Einnahmen bei wachsenden Ausgaben. „Für die Preis- und Gebührenstabilität reizen wir im Sinne unserer Kunden alle Effizienzpotenziale aus“, erklärt der kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Werner. „Um eine Anpassung des Wasserpreises für das kommende Jahr in Höhe der zu erwartenden Inflation von zwei Prozent werden wir jedoch nicht umhinkommen.“ Ab 2012 zahlen Kunden 1,67 Euro (inkl. MwSt.) für einen Kubikmeter Wasser. Damit liegt Hamburg hinsichtlich des Wasserpreises immer noch unter den günstigsten drei Großstädten in Deutschland. Bei der Abwasserbeseitigung gilt ab 2012 die gesplittete Gebühr. Das heißt, Abwasser soll nicht mehr nur nach dem Frischwasserbezug abgerechnet werden, sondern auch nach der Größe der versiegelten Fläche eines Grundstücks. Die Kosten der Regenwasserbeseitigung werden so gerechter auf die Gebührenzahler umgelegt (siehe Information anbei).
Der ungünstigen Einnahmen- und Kostenentwicklung lässt sich nur mit Effizienzsteigerungen entgegenwirken. Bei seinen Optimierungsanstrengungen setzt HAMBURG WASSER neben der Integration der Bereiche Wasser, Abwasser und Energie weiterhin auf das Thema Ressourceneffizienz. Mit Erfolg: Das Klärwerk – einst einer der größten Stromverbraucher in Hamburg – hat seit Beginn des Jahres eine ausgeglichene Energiebilanz. Das heißt, es erzeugt genauso viel Wärme und Strom, wie es verbraucht. „Auf dem Klärwerk Köhlbrandhöft wurden letztes Jahr 160 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt – so viel wie in eine Milliarde Badewannen passt. Die Energie für diese Reinigungsleistung erzeugt das Klärwerk künftig selbst. Das sind rund 80 Gigawattstunden, in etwa soviel wie 30.000 Hamburger Haushalte in einem Jahr verbrauchen“, erklärt Geschäftsführer Michael Beckereit. „Hamburg hat damit das bundesweit erste energieautarke Klärwerk.“ Und HAMBURG WASSER geht weiter: Bis 2018 soll für den gesamten Konzern eine ausgeglichene Energiebilanz erreicht werden.
Das Tochterunternehmen HAMBURG ENERGIE hat das Geschäftsjahr erfolgreich über Plan abgeschlossen. Der kalkulierte Verlust fällt mit 3,2 Millionen Euro rund ein Drittel niedriger aus als vorgesehen. Bereits im nächsten Jahr will HAMBURG ENERGIE, wie zur Gründung 2009 angekündigt, einen Überschuss erwirtschaften. Die Kundenziele 2010 wurden ebenfalls erreicht: Zum Jahresende hatte das Unternehmen rund 20.000 Strom- und 3.500 Gaskunden. Die Kundenzuwächse sind mit zunehmender Bekanntheit des neuen Unternehmens im Markt gestiegen. Mit heutigem Datum verzeichnet HAMBURG ENERGIE bereits 35.000 Strom- und 5.500 Gaskunden. „Damit sind unsere Kundenziele für das Gesamtjahr 2011 schon zur Jahresmitte in greifbare Nähe gerückt“, so Michael Beckereit.
Einen Effekt auf das Marktgeschehen hat auch der öffentliche Bewusstseinswandel im Zuge der Katastrophe von Fukushima. „Die Wechselzahlen zu HAMBURG ENERGIE sind seither deutlich angestiegen – etwa um das Zwei- bis Dreifache. Und ein Abflauen der verstärkten Nachfrage nach Ökostrom können wir bislang nicht feststellen“, so Michael Beckereit. „Für uns zeigt das auch, dass wir uns nach knapp zwei Jahren erfolgreich als kommunale und ökologische Alternative im Energiemarkt etabliert haben.“
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