BIOGAS

Saubere Energie aus Hamburgs Abwasser

Dass wir besonders in Städten mit unseren Ressourcen sparsam umgehen sollten, hat einen einfachen Grund: Metropolregionen wachsen, und das nicht zu knapp. Hamburg bildet da keine Ausnahme. Dieser Trend bringt viele Herausforderungen mit sich. Vor allem für die Umwelt, denn natürlich haben sich unsere Ressourcen diesen Wachstumstrends nicht auf wundersame Weise angepasst. Umso wichtiger ist es uns, die Energiewende im Norden voranzutreiben und vor Ort neue kreative und innovative Wege zu beschreiten – so wie mit unserem städtischen Biogas.

Das Klärwerk im Hamburger Hafen ist das größte Klärwerk Deutschlands. Hier fließt das Abwasser von rund zwei Millionen Einwohnern zusammen. HAMBURG WASSER sorgt dafür, dass das Wasser so sauber wird, dass es bedenkenlos in die Elbe eingelassen werden kann. Doch was viele nicht wissen: In unserem Abwasser steckt noch eine ganze Menge Energie – und die lassen wir nicht ungenutzt. Neben sauberem Wasser entsteht auf dem Klärwerksgelände, in den markanten eiförmigen Faulbehältern, wertvolles Biogas, das wir in das Hamburger Erdgasnetz einspeisen.

WAS IST BIOGAS?

Biogas, Naturgas, Ökogas – es gibt viele Namen und wenig Klarheit. Für den Kunden ist da mitunter nicht leicht zu erkennen, wie sauber die Energie wirklich ist, die er bezieht. Selbst, wer sich intensiv informiert, bekommt nicht immer befriedigende Antworten. Wir von HAMBURG ENERGIE möchten mit gutem Beispiel vorangehen und folgende Fragen klären:

Was ist (gutes) Biogas?

Biogas entsteht während eines Gärungsprozesses, bei dem Bakterien natürliche Substanzen zersetzen. Während verschiedene Umweltschutzorganisationen der Verwendung von Nutzpflanzen wie Mais, die extra für die Biogasproduktion angebaut werden, kritisch gegenüberstehen, werden folgende Substanzen als akzeptabel eingestuft:

  • Landschaftspflegematerial 
  • Mist und Gülle aus Tierhaltungsanlagen mit eingestreuter Liegefläche und ausreichendem Platzbedarf 
  • Pflanzenbauliche Reststoffe und Zwischenfrüchte 
  • Nach ökologischen Kriterien angebaute und nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion oder zu Naturschutzbelangen stehende Biomasse 
  • Klärschlamm

Unser städtisches Biogas wird im Klärwerk im Hamburger Hafen mithilfe von Klärschlamm produziert. Aber Biogas muss nicht immer aus großen Anlagen stammen. Viele Bauern bei uns im Norden verwerten schon seit Längerem Mist aus ihrer Landwirtschaft, um in eigenen kleinen Umwandlungsanlagen saubere Energie zu erzeugen.

Was sind Naturgas und Ökogas?

Naturgas und Ökogas sind etwas kniffliger Begriffe. Sie werden mitunter als Synonyme für Biogas verwendet, was nicht grundsätzlich falsch ist. Viel öfter beschreiben Naturgas oder Ökogas jedoch Gemische aus Biogas mit Erdgas. Kunden, die umweltschonende Energie und Wärme beziehen möchten, sollten bei diesen wohlklingenden Begriffen also hellhörig werden und im Zweifelsfall ganz konkret beim Anbieter nachfragen, was sich hinter der jeweiligen Bezeichnung verbirgt.

Wie hoch ist der Biogasanteil bei HAMBURG ENERGIE?

Damit unsere Kunden wissen, woran sie sind, haben wir bewusst auf namentlich irreführende Tarife verzichtet. Wir liefern daher “Gas mit städtischem Biogasanteil”. Das klingt vielleicht nicht ganz so charmant, ist aber die Wahrheit. Wir bieten bewusst keinen reinen Biogastarif an, da dieser unverhältnismäßig teuer wäre. Stattdessen haben wir uns dafür entschieden, all unsere Gaskunden automatisch mit einer Biogasbeimischung von bis zu 5 Prozent aus dem Hamburger Klärwerk zu versorgen.

WIE ENTSTEHT UNSER STÄDTISCHES BIOGAS?

Zunächst wird das Abwasser aus den Haushalten über das weitverzweigte Kanalsystem der Hansestadt zum Klärwerk von HAMBURG WASSER transportiert. Dort erfolgt eine mechanische sowie biologische Abwasserbehandlung, die das verschmutzte Wasser aufbereitet.

Während das geklärte Wasser in die Elbe eingeleitet wird, landet der Klärschlamm in den zehn eiförmigen Faulbehältern des Klärwerks. An diesem Ort gärt es nun gewaltig: Hier zersetzen Bakterien den Schlamm zu Methan, Kohlendioxid und Wasser. So entstehen pro Tag rund 95.000 Kubikmeter Faulgas. Dieses Gas wird direkt auf dem Klärwerk zur Stromproduktion genutzt und als Biomethan in das städtische Erdgasnetz eingespeist, wo es von den Hamburgern wieder zum Kochen und Heizen genutzt werden kann.

Die Biogasproduktion im Hamburger Hafen ist also ein perfekter Kreislauf, der in den Haushalten der Hansestadt beginnt und wieder endet. Dieser Kreislauf trägt zum verantwortungsvollen Umgang mit knappen Ressourcen und nachhaltigen Stoffkreisläufen bei. So beweisen wir Tag für Tag, dass die Energiewende auch in einer Metropole wie Hamburg durch neue Ideen gemeistert werden kann.

WIE HEIZT DEUTSCHLAND?

Mehr als Zweidrittel des Energieverbrauchs in privaten Haushalten entfallen auf die Wärmeversorgung. Klar, dass es uns deshalb ganz besonders wichtig ist, unsere eigenen vier Wände langfristig bezahlbar und umweltschonend zu heizen. Ein aktueller Vergleich von Stiftung Warentest zeigt, dass Gasheizungen wegen ihrer hohen Effizienz und den vergleichsweise niedrigen Kosten besonders beliebt sind.

Doch wie heizt Deutschland im Einzelnen? Laut einer Aufstellung aus dem Jahr 2017, der Daten des Statistischen Bundesamts sowie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zugrunde liegen, werden die unterschiedlichen Energieträger bzw. -erzeuger wie folgt verwendet:

  • Gas: 49,4 Prozent
  • Heizöl: 26,3 Prozent
  • Fernwärme: 13,7 Prozent
  • Strom: 2,7 Prozent
  • Elektrowärmepumpen: 1,8 Prozent
  • Sonstige (Holz, Holzpellets, sonstige Biomasse, Koks/Kohle): 6,1 Prozent

Gasheizungen sind also nicht nur beliebt und effizient, sie bieten noch einen weiteren Vorteil: Durch die Verwendung von Biogas kann die Umweltbilanz der Geräte deutlich verbessert werden. Wie viel umweltschädliche Emissionen unter anderem Biogas im Gegensatz zu fossilen Energieträgern 2017 eingespart hat, zeigt eine Infografik des Bundesumweltamts:

Sauber, effizient, günstig – da macht HAMBURG ENERGIE mit! Darum enthalten unsere Gastarife immer eine anteilige Beimischung von städtischem Biogas von bis zu fünf Prozent. So können unsere Kunden von der Energiewende in unserer Stadt direkt profitieren. Eine wirklich saubere Sache.

IST BIOGAS SO EFFIZIENT WIE ERDGAS?

Das Wichtigste vorab: Nach der Aufbereitung unseres städtischen Biogases erreicht es Erdgasqualität und kann somit problemlos in das Hamburger Erdgasnetz eingespeist werden, ohne dass man Einbußen beim Heizwert befürchten muss.

Unser Biogas hat zudem einige bestechende Vorteile: Es ist CO2-neutral, denn das Kohlendioxid, das bei der Biogas-Verbrennung freigesetzt wird, wurde zuvor in den organischen Stoffen gebunden, die zu seiner Produktion vergoren wurden. Darüber hinaus wird es in der Stadt erzeugt und verbraucht. Erdgasbohrungen, der Bau von Pipelines oder gar der Transport via Tanker entfallen. Dadurch ist unser Biogas nicht nur ein echtes Hamburger Original, sondern auch besonders umweltschonend, wie Harald Hanßen bestätigt:

 

„Verschwendung ist nicht mein Ding. Darum bin ich besonders stolz darauf, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, die knappen Ressourcen in unserer Stadt so effizient wie möglich zu nutzen. Das ist die Kernidee hinter unserem städtischen Biogas.“

HARALD „HARRY“ HANẞEN
Prozessführer Klärwerk bei HAMBURG WASSER

 

 

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