ELEKTRO­MOBILITÄT

Freie Fahrt für Ökostrom

Fossile Energieträger gehen langsam, aber sicher, zur Neige und werden auf immer riskantere Art und Weise gefördert – zum Leitwesen der Umwelt. Ganz schön plietsch ist also, wer sich frühzeitig nach Alternativen umschaut. Wer zum Beispiel sein Auto nicht mehr mit Benzin oder Diesel betanken möchte, für den stellt die Elektromobilität längst eine alltagstaugliche und umweltschonende Variante dar. Alles, was Sie über Elektromobilität, den derzeitigen Stand der Entwicklung, Fördermöglichkeiten und zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen wissen müssen, lesen Sie hier.

DIE VORTEILE VON ELEKTRO­AUTOS IN DER STADT

Elektromobilität gilt als Antriebsmodell der Zukunft – nicht ohne Grund. Noch sind Autos mit Stromantrieb zwar die Ausnahme auf dem Asphalt, insbesondere in Großstädten wie Hamburg gibt es jedoch gute Argumente für ihren Einsatz:

  • SAUBERE LUFT: Tief durchatmen an der Wandsbeker Chaussee oder Kieler Straße? Lieber nicht, denn Autos mit regulärem Verbrennungsmotor pusten dort jede Menge Abgase in die Luft. Elektroautos sausen hingegen durch die Gegend, ohne Feinstaub und Abgase zu produzieren – und leisten somit einen Beitrag für saubere Luft in unserer Stadt.
     
  • KLIMAFREUNDLICH: Elektrofahrzeuge kommen ohne fossile Brennstoffe aus, zumindest, wenn sie komplett mit Ökostrom betrieben werden. Das heißt, sie stoßen kein CO2 in die Luft und schonen somit das Klima.
     
  • WENIGER LÄRM:  Je mehr E-Autos auf den Straßen unterwegs sind, desto ruhiger wird es in der Stadt. Ohne Verbrennungsmotor sinkt nämlich nicht nur der Schadstoffausstoß, sondern auch der Lärmpegel der Fahrzeuge deutlich.
     
  • KEINE FAHRVERBOTE: Besitzer eines Dieselfahrzeugs müssen um manche Straßen wie die Hamburger Max-Brauer-Allee bereits einen großen Bogen machen. Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, hat hingegen auch langfristig keine Einschränkungen zu befürchten.
     
  • FÖRDERUNG: Wer sich beim Autokauf für ein Elektrofahrzeug entscheidet, kann sich über einen Zuschuss von 4.000,- Euro freuen.

ELEKTRO­MOBILITÄT IN HAMBURG

Hamburg ist eine Vorzeigeregion für Elektromobilität. Bereits im August 2014 verabschiedete der Senat seinen „Masterplan öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur“ Ziel war es, 600 öffentliche Ladesäulen in der Hansestadt zu errichten – das ist im Oktober 2017 gelungen. Bis 2019 soll die Zahl der Ladesäulen in Hamburg auf 1.000 ansteigen. Zum Vergleich: In ganz Deutschland stehen derzeit nur rund 5.000 öffentlich zugängliche Ladesäulen. In keiner anderen deutschen Stadt ist das Fahren mit einem Elektrofahrzeug somit so entspannt möglich wie in Hamburg.

Alles was Sie benötigen, um Ihr Fahrzeug im öffentlichen Ladenetz aufzutanken, ist eine Ladekarte Ihres Stromanbieters. HAMBURG ENERGIE stellt Ihnen gern eine kostenlose Ladekarte zur Verfügung – ohne monatliche Grundkosten zahlen Sie in unserem Mobilitätstarif nur, was Sie auch tatsächlich verbraucht haben. Ihre persönliche Ladekarte können Sie direkt kostenlos hier bestellen:

WELCHE ARTEN VON ELEKTRO­FAHRZEUGEN GIBT ES?

Als Elektrofahrzeug zählen sowohl Kraft- als auch Schienenfahrzeuge mit Elektromotor. Es gibt aber auch Wasser- und Luftfahrzeuge sowie Fahrräder mit Elektroantrieb. Allerdings versteht man unter Elektrofahrzeugen im Wesentlichen Elektroautos, im weiteren Sinne auch Hybridfahrzeuge. Experten unterscheiden dabei unter anderem folgende Varianten:

  • Battery Electric Vehicle (BEV): Elektroautos mit einem reinen Elektromotor, der seinen Strom von einer Batterie bzw. einem Akku erhält. Das „echte“ Elektroauto läuft ganz ohne Benzin oder Diesel und besitzt weniger Verschleißteile, weil zum Beispiel weder Auspuff noch Getriebe benötigt werden. Die Reichweite liegt bei den meisten derzeit erhältlichen Modellen (je nach Preisklasse) jedoch noch unter der von herkömmlichen Verbrennern.
  • Plug-In Hybrid Electric Vehicle (PHEV): Ein PHEV ist sowohl mit einem Elektromotor als auch mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet. Der Akku, der den Strom für den Elektromotor liefert, wird über das Stromnetz aufgeladen. Ist der Akku leer, springt der Verbrennungsmotor an. Sie können kurze Strecken in der Stadt in der Regel komplett elektrisch zurücklegen. Weitere Strecken können Sie dank des zusätzlichen Verbrennungsmotors meistern. Unterm Strich produzieren Sie so deutlich weniger Schadstoffe als mit einem herkömmlichen Fahrzeug.
  • Hybrid Electric Vehicle (HEV): Ein HEV ist ebenfalls mit Elektro- sowie Verbrennungsmotor versehen. Der Verbrennungsmotor treibt während der Fahrt einen Generator an, der den Akku für den Elektromotor auflädt. Außerdem nutzt das Auto seine Bremsenergie, um Strom zu erzeugen und im Akku zu speichern. So können Sie weitere Strecken zurücklegen als mit dem BEV und produzieren weniger Schadstoffe als beim reinen Verbrenner. Außerdem müssen Sie den Akku nicht zusätzlich an einer Ladestation aufladen. Weil das HEV auf fossile Energieträger angewiesen ist, gilt es allerdings nicht als Elektrofahrzeug im engeren Sinn.

LOHNT SICH EIN ELEKTRO­FAHRZEUG FINANZIELL?

Der Wechsel zum Elektroauto sorgt für eine massive CO2-Einsparung – zumindest dann, wenn das neue Fahrzeug konsequent mit Ökostrom betankt wird. Aber lohnt sich der Umstieg auch finanziell? Die herkömmlichen, mit Benzin bzw. Diesel betriebenen Autos, sind zurzeit meist noch günstiger in der Anschaffung. Dank der stetigen Weiterentwicklung der Technik und steigenden Stückzahlen in der Produktion, werden die Anschaffungskosten für Elektroautos in naher Zukunft jedoch deutlich sinken.

Eine Studie von Bloomberg New Energy Finance geht davon aus, dass E-Autos ab 2024 das Preisniveau herkömmlicher Fahrzeuge erreicht haben – denn insbesondere Batterien werden immer günstiger. Um Autofahrer schon heute für die schadstoffärmeren Fortbewegungsmittel zu begeistern, hat der Staat eine Reihe von Fördermaßnahmen, Steuererleichterungen und Kaufprämien für Elektrofahrzeuge ins Leben gerufen.

Welches Auto im Betrieb für Sie persönlich günstiger ist, hängt stark vom gewählten Modell und Ihrer Fahrleistung ab. Auch hier werden Elektrofahrzeuge aber künftig die Nase vorne haben, insbesondere dann, wenn die Preise für Diesel und Benzin weiter steigen. Als Faustregel gilt: Je länger Sie ihr Fahrzeug nutzen und je mehr Kilometer Sie mit ihm zurücklegen, desto lohnender ist der Wechsel zum Elektroauto. Sie sparen durch die verschleißarme Bauweise nicht nur teure Werkstattbesuche, vor allem der Preisvorteil von Strom zu Benzin kommt dann voll zum Tragen. Nicht außer Acht lassen sollte man zudem den Wertverlust: Eine aktuelle Studie von Schwacke und Autobild belegt, dass Elektrofahrzeuge deutlich wertstabiler sind als Verbrenner.

„Vor dem Kauf eines Elektroautos sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie das Fahrzeug nutzen wollen. Als reines Stadtfahrzeug ist ein Elektroauto in Hamburg die beste Wahl – die nächste Ladesäule ist hier nie weit weg und Sie tanken reinen Ökostrom. Wenn Sie regelmäßig weitere Strecken außerhalb der Stadt zurücklegen wollen, ist ein Hybridfahrzeug allerdings praktischer – zumindest noch.“

MICHEL VÖLKER
Projektleiter Elektromobilität bei HAMBURG ENERGIE

WELCHE FÖRDER­MÖGLICH­KEITEN GIBT ES?

Mit verschiedenen Fördermaßnahmen versucht die Bundesregierung, den Deutschen die Elektromobilität schmackhaft zu machen. So gibt es beispielsweise eine Kaufprämie, wenn Sie ein neues Elektroauto erwerben. Für ein BEV, also ein reines Elektroauto, erhalten Sie einen Zuschuss von derzeit 4.000 Euro. Für ein PHEV winken immerhin noch 3.000 Euro. Sie können die Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) selbst beantragen. In der Regel nimmt der Autohändler Ihnen aber den Papierkram ab, sodass Sie problemlos an die Förderung kommen. Auch bei den Steuern werden Besitzer eines Elektroautos vom Staat deutlich begünstigt: Wer bis zum Jahr 2020 ein Elektroauto erwirbt wird für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

WIE UMWELT­FREUNDLICH SIND ELEKTRO­AUTOS?

Insgesamt sind Elektrofahrzeuge schon heute umweltfreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Das haben Berechnungen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ergeben. Dabei haben die Experten auch berücksichtigt, dass der Strom für die Elektrofahrzeuge in Deutschland zurzeit noch nicht aus 100 Prozent erneuerbaren Energien stammt.

Trotzdem gibt es in Sachen Umweltfreundlichkeit und positiver Ökobilanz der Elektrofahrzeuge noch Luft nach oben. Derzeit werden viele Ladesäulen in Deutschland mit einem Strommix versorgt – also einer Mischung aus Ökostrom und Energie aus fossilen Brennstoffen. Letztere ziehen die Ökobilanz natürlich wieder nach unten.

Hamburg hat diese Problematik erkannt und ist gleich in mehrerlei Hinsicht ein Vorreiter im Bereich der Elektromobilität: In der Hansestadt gibt es nicht nur das bundesweit dichteste Netz von öffentlichen Ladesäulen, HAMBURG ENERGIE übernimmt als städtischer Energieversorger hier zudem die Belieferung der gesamten Ladeinfrastruktur mit 100 Prozent Ökostrom. So entsteht ein echter Umweltnutzen für unsere Stadt und jeden einzelnen Autofahrer, der sein Elektrofahrzeug hier lädt.

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