ENERGIESPEICHER

So steht Hamburg immer unter Strom

Hamburgs steife Brise bietet ideale Voraussetzungen, um große Mengen Ökostrom hier vor Ort zu erzeugen. Denn der Wind treibt nicht nur Windkraftanlagen an, sondern pustet auch die Wolken für die Nutzung von Sonnenenergie aus dem Weg. Wenn wir langfristig auf klimaschädliche Großkraftwerke verzichten wollen, brauchen wir Lösungen für die Zeiträume, in denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Energiespeicher können uns dabei helfen genau diese Erzeugungslücken zu schließen. Hier wird überschüssige Energie aus regenerativen Quellen gespeichert, wenn mehr produziert als verbraucht wird. Wenn der Bedarf die Produktion zu einem späteren Zeitpunkt übersteigt, wird ein Teil dieser Energie wieder freigegeben.

DIE BEDEUTUNG VON SPEICHERN FÜR DIE ENERGIE­WENDE

Deutschlands ehrgeizige Ziele für die Energiewende brauchen Unterstützung: Damit bis 2030 auch wirklich 65 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne gedeckt werden können, muss genug Energiespeicherkapazität vorhanden sein, damit Schwankungen in den natürlichen Energiequellen ausgeglichen werden können. Deshalb sind Energiespeicher und neue Technologien auf diesem Gebiet entscheidende Erfolgsfaktoren für die Energiewende, wie Informationen des Bundesverbands WindEnergie sowie Statistiken des Bundesumweltamts belegen:

  • 2017 konnten bereits 38 Prozent der deutschen Stromproduktion aus regenerativen Energien bereitgestellt werden.
  • An einzelnen Tagen konnten sogar mehr als 70 Prozent des gesamten Strombedarfs in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.
  • Die wichtigsten Lieferanten für Ökostrom sind Wind, Sonne und Biomasse.
  • Insbesondere Wind- und Sonnenenergie unterliegen natürlichen Schwankungen und müssen für eine zuverlässige Stromversorgung zwischengespeichert werden.

Hamburg treibt den Ausstieg aus fossilen und atomaren Energiequellen sogar mit einem eigenen Masterplan Klimaschutz voran und will seine CO2-Emissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent reduzieren. HAMBURG ENERGIE unterstützt dieses Ziel und engagiert sich unter anderem in der Erprobung neuer Technologien und Verfahren zum Speichern von Energie.

HAMBURG ENERGIE ERFORSCHT NEUE SPEICHER­KONZEPTE

Die Energiegewinnung und Energieversorgung in einer Metropole wie Hamburg ist eine gewaltige Herausforderung, denn Flächen für den Anlagenbau sind knapp. Als Hamburgs städtischer Energieversorger beteiligt sich HAMBURG ENERGIE deshalb intensiv an der Erforschung neuer Speicherlösungen, um in Zukunft eine lückenlose Versorgung mit sauberer Energie hier vor Ort sicherzustellen.

Ein besonders vielversprechendes Projekt, an dem wir derzeit beteiligt sind, ist Future Energy Solution, kurz FES, das wir gemeinsam mit Siemens Gamesa und der TU Hamburg-Harburg umsetzen. FES ist ein Hochtemperatur-Schüttgut-Wärmespeicher: Strom wird hier in Wärme und bei Bedarf zurück in Strom umgewandelt. Nach ersten erfolgreichen Tests wird eine Demonstrationsanlage Anfang 2019 auf dem Gelände des Aluminiumherstellers Trimet in Hamburg-Altenwerder in Betrieb gehen.

Die Wärme wird dabei in Natursteinschotter gespeichert, der auf Temperaturen von über 600 Grad Celsius erhitzt wird. Für die Rückverstromung wird Wasserdampf über die heißen Steine geleitet, um eine Dampfturbine zu betreiben. Auf dem Trimet-Betriebsgelände hat HAMBURG ENERGIE bereits einen Windpark mit drei Windkraftanlagen errichtet. Nun kann überschüssiger Strom aus diesen Anlagen in den FES-Speicher fließen.

 

"Bei HAMBURG ENERGIE beschäftigen wir uns mit innovativen Speichertechnologien, denn effiziente Energiespeicher sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Energiewende. Der Standort unseres Schüttgut-Wärmespeichers liegt auf dem Gelände des Aluminiumherstellers Trimet, wo auch ein Teil unseres Hafenwindparks errichtet wurde. Der gute, enge Dialog mit den örtlichen Industrien ist sicher eine Besonderheit hier in unserer Stadt. So erörtern wir mit Trimet derzeit auch, wie sich die Wärme nutzbar machen lässt, die als Nebenprodukt bei vielen Fertigungs- und Verarbeitungsprozessen entsteht und abgeleitet werden muss."

DR. SERGE RUNGE
Projektleiter Sonderprojekte bei HAMBURG ENERGIE

Ein weiteres wegweisendes Projekt ist ein Aquifer-Wärmespeicher, der auf dem Gelände des Klärwerks an der Dradenau geplant ist. Bei diesem Konzept werden tiefliegende, abgeschlossene Grundwasserschichten als unterirdische Wärmespeicher genutzt. Im Sommer wird die Wärme eingespeichert, um dann im Winter verbraucht zu werden. Im Oktober 2017 ging ein Test des Konzepts erfolgreich zu Ende und nun wird im größeren Stil geplant. Hochrechnungen von HAMBURG WASSER zufolge, bietet das Areal an der Dradenau Potenzial, um 160 Millionen Kilowattstunden Wärme zu speichern. Das entspricht dem Bedarf von rund 8.000 Haushalten.

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