KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG

Strom direkt aus meinem Quartier

Wenn es bei uns in Hamburg mal wieder ein bisschen frischer ist, drehen wir die Heizung auf. Die meisten Heizsysteme nutzen Gas oder Öl als Energiequelle. Dabei geht es auch ganz anders – zum Beispiel indem man die Wärme nutzt, die bei der Energieproduktion entsteht und durch Kraft-Wärme-Kopplung (kurz: KWK) nutzbar gemacht wird. Für unseren Stromtarif MeinQUARTIERSTROM betreiben wir eine stetig wachsende Zahl von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Hamburg. Wie die Stromerzeugung und Wärmegewinnung über Kraft-Wärme-Kopplung genau funktioniert, welche Vorteile sie hat und wo Hamburger schon jetzt den Strom aus ihrem Quartier nutzen können, erfahren Sie hier.

Kraft-Wärme-Kopplung: Energie und Wärme aus einer Hand

Strom wird meist von Turbinen produziert, die von Wasserdampf angetrieben werden. Um das Wasser zu verdampfen, braucht man hohe Temperaturen. Am Ende des Prozesses wird der erzeugte Strom ins Netz eingespeist – und kommt schließlich bei Ihnen aus der Steckdose. Aber was geschieht mit der Wärme? In herkömmlichen Kraftwerken verpuffen etwa 62 Prozent der Abwärme ungenutzt als Wasserdampf. Die Energieeffizienz bei dieser Vorgehensweise ist entsprechend gering. Da stellt sich doch die Frage: Warum nutzen wir nicht die Wärme, die bei der Stromproduktion ohnehin entsteht?

Tatsächlich gibt es mittlerweile hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologien: Moderne Blockheizkraftwerke (BHKW) lassen die Abwärme nicht einfach entweichen, sondern machen sie nutzbar und speisen sie beispielsweise ins Fernwärmenetz ein. So gehen nur noch rund 12 Prozent der Energie verloren.

 

Die Vorteile der KWK: Viel Leistung, wenig Schnick­schnack

  • EFFIZIENTE ENERGIENUTZUNG: 88 Prozent der eingesetzten Energie wird in KWK-Anlagen weitergegeben (38 Prozent durch Strom, 50 Prozent durch Heizenergie). Bei herkömmlichen Großkraftwerken sind es weniger als 40 Prozent.
  • RESSOURCEN SCHONEN: Durch die hohe Effizienz können Blockheizkraftwerke 20 bis 30 Prozent der Primärenergie (also der eingesetzten Brennstoffe wie z. B. Biogas) einsparen. Damit sind KWK-Anlagen deutlich ressourcenschonender als traditionelle Kraftwerke.
  • KLIMA SCHONEN: Mehr Energieeffizienz bedeutet auch, dass weniger CO2 bei der Verbrennung ausgestoßen wird. Deutschlandweit werden schon heute jedes Jahr durch kommunale KWK-Anlagen rund 11 Millionen Tonnen CO2 eingespart.
  • GÜNSTIGE ENERGIEPREISE: Für Anwohner ist vor Ort erzeugter Strom deutlich günstiger, da teure Abgaben für den Transport durch das Übertragungsnetz entfallen.
  • ENTLASTUNG DER STROMNETZE: Durch die lokale Produktion und den direkten Verbrauch der Energie werden die Stromnetze entlastet. Kosten für den Ausbau von Stromtrassen können dadurch reduziert werden.
  • VIELSEITIGE EINSATZGEBIETE: Blockheizkraftwerke sind umfangreich nutzbar. So können große KWK-Anlagen auch zur Not- bzw. Ersatzstromversorgung dienen.
  • STÄRKUNG DER REGION: Sie kaufen gern auf dem Wochenmarkt Ihres Viertels ein, um regionale Händler zu unterstützen? Mit MeinQUARTIERSTROM kommt ab sofort auch Ihre Energie direkt von hier.

Ist Strom aus KWK-Anlagen richtiger Öko­strom?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Fest steht, dass die gleichzeitige Erzeugung und Nutzung von Strom und Wärme in Blockheizkraftwerken hochgradig effizient ist und die meisten alternativen Technologien in den Schatten stellen. Blockheizkraftwerke leisten somit einen wichtigen Beitrag zu einer umweltschonenden Energieversorgung.

Ein wichtiges Kriterium bei der Beantwortung dieser Frage ist der verwendete Brennstoff. Ein hochgradig effizientes BHKW kann seinen Umweltnutzen schmälern, indem in ihm fossile Brennstoffe wie Öl und Gas zum Einsatz kommen – und entsprechend deutlich verbessern, indem erneuerbare Rohstoffe wie Biogas, Pflanzenöl oder Holz-Pellets verwendet werden. Der Trend stimmt optimistisch: Seit 2003 steigt der Anteil der KWK-Anlagen, die Biomasse nutzen, kontinuierlich an. Der Anteil der KWK-Anlagen, die mit Kohle und Mineralöl betrieben werden, nimmt dagegen immer weiter ab.

Warum KWK eine wichtige Säule der Energie­wende ist

Blockheizkraftwerke leisten einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneinsparung in der Energieerzeugung. Außerdem können sie regional erzeugte erneuerbare Energien besser nutzbar machen. Aus diesem Grund ist die Kraft-Wärme-Kopplung ein wichtiger Baustein der Klimapolitik in Deutschland.

Um die dezentrale Energieversorgung voranzutreiben, wurde 2003 das KWK-Gesetz eingeführt. Seitdem steigt die KWK-Nettostromerzeugung kontinuierlich. Nach Planung der Regierung soll ab dem Jahr 2020 ein Viertel der gesamten Stromversorgung aus KWK-Anlagen kommen. Die Aussichten sind gut: Im Jahr 2017 wurden 231,1 Terrawattstunden Netto-Wärme durch Blockheizkraftwerke erzeugt – das ist mehr als je zuvor.

REGIONALER STROM: Aus dem Quartier, für das Quartier

Die Energie für unseren Tarif MeinQUARTIERSTROM produzieren wir direkt in Ihrer Nachbarschaft – und übernehmen damit Verantwortung für die Zukunft der schönsten Stadt der Welt. Denn Energie aus Blockheizkraftwerken bedeutet auch ein Stück Selbstbestimmtheit. Schon heute versorgen unsere KWK-Anlagen rund 15.000 Hamburger Haushalte mit Strom und 6.300 Haushalte mit Wärme – und täglich werden es mehr.

Insgesamt produzieren wir so jährlich sieben Megawattstunden Strom und 26 Megawattstunden regionale Wärme in Hamburg. Rund 30.400 Tonnen CO2 können wir durch unsere Anlagen Jahr für Jahr einsparen. Im Durchschnitt hat also jeder Haushalt, der unseren Quartierstrom bezieht, im Jahr knapp zwei Tonnen CO2 weniger verbraucht – das entspricht ungefähr sechs Flügen von Hamburg nach München und zurück.

Der Energie­bunker und Das HANSA Wohn­quartier

Wir sind davon überzeugt, dass kommunale und ressourcenschonende Strom- und Wärmeerzeugung ein echter Gewinn für unsere Stadt sind. Deshalb entwickeln wir mit unseren Hamburger Partnern innovative Ideen, von denen Umwelt und Haushalte gleichermaßen profitieren.

  • Die Kriegsruine des Wilhelmsburger Flakbunkers haben wir zum Leuchtturmprojekt der Energiewende in Hamburg umgebaut. In unserem Energiebunker befindet sich heute ein mit Biomasse betriebenes BHKW, ein Warmwasserspeicher mit rund zwei Millionen Litern Fassungsvermögen, Europas größte Solarthermieanlage und als Ergänzung eine Photovoltaikanlage. Für den Betrieb nutzen wir unter anderem die Abwärme eines nahen gelegenen Industriebetriebes. Das moderne Öko-Kraftwerk versorgt heute rund 3.000 Haushalte mit Wärme und 1.000 Haushalte mit Strom. 2013 wurde der Energiebunker mit dem Solarpreis der Europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien ausgezeichnet.
  • Gemeinsam mit unserem Partner HANSA Baugenossenschaft errichten wir im Wohnquartier Dudenweg eine neue Wärmeversorgung für 614 Wohnungen. Die Energie wird in einer unterirdischen Heizzentrale mit zwei Gaskesseln und einem Blockheizkraftwerk sowie Sonnenkollektoren erzeugt und den Bewohnern über ein Nahwärmenetz zur Verfügung gestellt. Das vorbildhafte Projekt bestärkt uns darin, die Potenziale der Partnerschaften mit der Hamburger Wohnungswirtschaft weiter auszuschöpfen. Denn natürlich werden wir uns auch weiter mit ganzer Kraft dafür einsetzen, die ökologische Wärmewende in Hamburg voranzutreiben.

„Wir arbeiten daran, dass es für mehr und mehr Hamburger umweltfreundliche Energie direkt aus der Nachbarschaft gibt. Damit machen wir schmutzige Großkraftwerke nach und nach überflüssig.“

INGO SCHULTZ
Teamleiter Wärme/Contracting bei HAMBURG ENERGIE

Windenergie

Was die Vorteile von Windenergie sind und wo rund um die Elbe Strom aus Wind für unsere schöne Stadt gewonnen wird, erfahren Sie hier.

Mehr erfahren

Solarenergie

Welchen Beitrag Solarenergie für die Energiewende leistet und wo rund um Alster und Elbe Strom aus der Sonne für unsere Stadt gewonnen wird, erfahren Sie hier.

Mehr erfahren

Biogas

Das Klärwerk im Hamburger Hafen ist das größte Klärwerk Deutschlands. Wie aus Abwasser Biogas wird, erfahren Sie hier.

Mehr erfahren