DER STROMSEE

Was kommt aus der Steckdose?

Hamburger kennen das: Egal, welche Richtung man in der Elbmetropole auch einschlägt – irgendwann landet man an einem Fleet, Kanal oder direkt am Hafen. Aber was hat es mit dem Stromsee der Hansestadt auf sich? Der liegt nicht etwa hinter der nächsten Kurve, sondern direkt hinter Ihrer Steckdose. Wie er funktioniert, was erneuerbare Energien damit zu tun haben und warum wir ihn unbedingt grün färben wollen, erfahren Sie hier.

Nichts für Wasserratten: Was ist der Stromsee?

Was Schietwetter ist und wie man damit umgeht, wissen echte Hamburger schon lange. Mit Regen oder Wasser hat der sogenannte Stromsee dagegen nichts gemein. Er ist vielmehr eine Metapher für das europaweite 1,7 Millionen Kilometer lange Stromnetz.

Dieser See wird also nicht von Flüssen gespeist, sondern von den unterschiedlichsten Stromquellen. Erneuerbare Energien wie etwa Windkraft, Wasserkraft oder Sonnenenergie füllen den See mit sauberem Ökostrom, während konventionelle Atom- oder Kohlekraftwerke den Stromsee grau färben. Die Abflüsse des Sees stehen in diesem Modell sinnbildlich für die verschiedenen Verbraucher aus Privathaushalten und der Industrie.

Ist Strom gleich Strom?

Der Strom, der bei Ihnen aus der Leitung kommt, stammt aus diesem Sammelbecken – und ist für alle Verbraucher somit erst einmal derselbe – egal, ob sie zu 100 Prozent auf grünen Strom setzen oder konventionellen Graustrom beziehen. Denn eine separate Leitung für Ökostrom gibt es nicht. Nichtsdestotrotz hat der Wechsel zu erneuerbaren Energien Auswirkungen auf das Mischverhältnis des Stromsees: Entscheiden sich Verbraucher für grünen Strom, füllt ihr Anbieter den Stromverbrauch in diesem Becken nämlich mit erneuerbaren Energien auf.

Jeder Ökostrom-Kunde trägt somit aktiv und direkt dazu bei, dass der See sauberer wird und weniger Energie aus Kohle- oder Atomkraftwerken in den Strom-Mix hineinfließt. Ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Energieversorgung, denn die zunehmende Verbrauchernachfrage steigert auch den Anreiz zum Ausbau neuer Anlagen im Bereich der regenerativen Energiegewinnung. Je mehr solcher Anlagen entstehen, desto überflüssiger werden konventionelle Kraftwerke. Und das ist wichtig, denn Ökostrom setzt kein klimaschädliches CO2 frei und entlastet damit unsere Umwelt.

Der Strom-Mix in Deutschland

Klima- und Umweltschutz hat einen hohen Stellenwert in der Bundesrepublik. Am 28. September 2010 hat sie daher in einem Energiekonzept Ausbauziele für den Umstieg auf erneuerbare Energien festgelegt. Das ist ein entscheidender Schritt in Zeiten der Energiewende und macht uns unabhängiger von den schwindenden Öl- und Gasvorkommen. Der Kurs steht: Schon im Jahr 2025 sollen die erneuerbaren Energien mindestens 40 Prozent der Stromerzeugung ausmachen, bis 2050 sollen es sogar 80 Prozent sein.

Ein Blick auf den aktuellen Strom-Mix in Deutschland macht deutlich: Wir sind auf einem guten Weg. Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme lag die Nettostromerzeugung von nicht erneuerbarer Energien im ersten Halbjahr 2018 bei nur noch 58,9 Prozent. Satte 41,1 Prozent speist sich somit bereits aus erneuerbaren Quellen.

Strommix von HAMBURG ENERGIE

Stromerzeugung in Deutschland

Energiewende in Hamburg

Hamburg ist nicht nur die schönste Stadt der Welt, sondern auch eine der grünsten Metropolen. Mittlerweile gilt Hamburg als eines der Schlüsselzentren für Windenergie in Europa. Das liegt nicht nur an der berühmten steifen Brise, sondern vor allem am Innovations- und Gestaltungswillen von Politik und Wirtschaft.

Der Senat will diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben und künftig noch deutlich mehr Energie aus erneuerbaren Quellen nutzen – schließlich sollen die 2007 beschlossenen Klimaziele erreicht werden. Diese sehen unter anderem vor, dass alle städtischen Einrichtungen bis 2030 CO2-neutral arbeiten. Insgesamt soll der CO2-Ausstoß der Stadt bis 2020 um 40 Prozent auf zwölf Millionen Tonnen gesenkt werden.

HAMBURG ENERGIE trägt maßgeblich dazu bei, die Stadt bei diesem Kurs zu unterstützen. Mittlerweile ist HAMBURG ENERGIE der größte Erzeuger von Wind- und Sonnenenergie in der Hansestadt und baut seine Erzeugungskapazitäten in der Metropolregion konsequent weiter aus – eine wichtige Investition in die Energiezukunft unserer Stadt.

„Uns liegt es am Herzen, unsere Stadt mit nachweislich guter und nachhaltiger Energie zu versorgen. Jeder Kunde, der einen unserer Stromtarife wählt, erhält ausschließlich 100 Prozent Ökostrom. Mit jedem neuen Kunden wird der Stromsee in unserer Stadt somit ein bisschen grüner.“

RENKO FITTSCHEN
Bereichsleiter Beschaffung und Energiewirtschaft bei HAMBURG ENERGIE

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