SOLARENERGIE

Sonnen­strom für Hamburg

Hamburg hat den Ruf, die Hauptstadt des Schmuddelwetters zu sein. Aber so grau, wie viele meinen, ist das Wetter hier gar nicht. Darum setzt HAMBURG ENERGIE auf norddeutsche Sonnenkraft. Mittlerweile sind wir der größte Betreiber von Solaranlagen in der Hansestadt. Welchen Beitrag Solarenergie für die Energiewende leistet und wo rund um Alster und Elbe Strom aus der Sonne für unsere Stadt gewonnen wird, erfahren Sie hier.

Die Kraft der Sonne

Die Sonne versorgt unseren Planeten mit lebenswichtiger Energie. Pflanzen nutzen die Sonnenstrahlen für die Photosynthese: Sie wandeln die Sonnenenergie in Biomasse um, setzen dabei Sauerstoff frei, wachsen und bilden ihrerseits die Lebensgrundlage für Mensch und Tier. Auch uns selbst tut die Sonne gut, denn sie ist dafür verantwortlich, dass der menschliche Organismus mit Vitamin D versorgt wird. Das Vitamin D wiederum sorgt zusammen mit Kalzium für feste Knochen und vor allem für gute Laune.

Wir nutzen diese ursprüngliche und nahezu unerschöpfliche Energiequelle um Strom und Wärme für unsere Kunden zu erzeugen. Aber auch immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger endecken die Vorteile von Solarenergie mit einer eigenen Solarthermie- oder Photovoltaikanlage – und wir unterstützen Sie dabei: Ab sofort können Sie die Eignung Ihres Daches ganz bequem mit dem Hamburger Solaratlas testen.

Photo­voltaik und Solar­thermie

Was ist der Unterschied?

Wann immer von Sonnen- oder Solarenergie die Rede ist, geht es in der Regel um Photovoltaik oder um Solarthermie. Wir erklären den Unterschied, und wie beides funktioniert:

Photovoltaik

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom: Sie besteht aus Solarzellen, die auf der Basis von verschiedenen Materialien wie Silizium oder Cadmium-Tellurid hergestellt werden. In den Solarzellen werden Elektronen von der Sonnenenergie in Bewegung versetzt – und Elektronen in Bewegung bedeuten Strom! Solarzellen, beziehungsweise Photovoltaikanlagen, produzieren Gleichstrom. Dieser muss dann noch in Wechselstrom umgewandelt werden, damit er in unserem Stromnetz funktioniert.

So effizient ist Photovoltaik: Typisch sind Wirkungsgrade zwischen 10 und 25 Prozent, also wird aus der einfallenden Sonnenenergie zwischen 10 und 25 Prozent elektrische Energie gewonnen. Neue Entwicklungen in Sachen Solarzellen versprechen weiter steigende Wirkungsgrade. Dabei experimentieren Forscher unter anderem sogar mit Lycopin, dem Farbstoff, der Tomaten rot macht.

Solarthermie

Eine Solarthermieanlage erzeugt Wärmeenergie: Sogenannte Sonnen- oder Solarkollektoren fangen die Sonnenstrahlen ein und erwärmen einen Wärmeträger, in der Regel Wasser oder Öl. Über einen Wärmekreislauf wird die gewonnene Wärmeenergie in einen Wärmespeicher geleitet. Von dort kann sie direkt weiter genutzt werden, zum Beispiel für Warmwasser oder die Heizung. In Niedertemperatur-Kollektoren, wie sogenannten Schwimmbadabsorbern, wird die Wärme sofort genutzt. Sie kommen, wie der Name schon sagt, vor allem in Schwimmbädern zum Einsatz. Hierbei wird Badewasser durch dunkle Kunststoffmatten gepumpt und dabei erwärmt. In Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren, wie sie zum Beispiel auf Hausdächern installiert werden, können höhere Temperaturen erreicht werden. Deshalb werden diese Solarthermieanlagen in der Regel für Heizung und Warmwasser in Haushalten genutzt.

So effizient ist Solarthermie: Typisch sind hohe Wirkungsgrade zwischen 60 und 75 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass die auftreffenden Licht- und Wärmestrahlen als Wärmeenergie weiter genutzt werden, sodass keine Umwandlung in andere Energieformen und auch keine Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom notwendig ist.

Solar­energie als Baustein der Energie­wende

Bis 2030 sollen 65 Prozent des bundesweiten Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne gedeckt werden, so das ehrgeizige Ziel in Sachen Energiewende. Hamburg hat in seinem eigenen Masterplan für den Klimaschutz festgehalten, wie der Ausstieg aus fossilen und atomaren Energiequellen vorangetrieben werden soll. Bis 2050 will die Hansestadt ihre CO2-Emissionen um mindestens 80 Prozent reduzieren. Solarenergie ist dafür sowohl bei uns an der Elbe als auch bundesweit eine der wichtigsten Energiequellen, um die Energiewende zu schaffen: Sie ist neben Windenergie und Energiegewinnung aus Biomasse eine der drei wichtigsten Quellen für erneuerbare Energie.

  • 2017 konnten bereits mehr als 36 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus regenerativen Energien bereitgestellt werden.
     
  • Von der gesamten Ökostromproduktion in Deutschland kamen 2017 mehr als 18 Prozent aus Photovoltaikanlagen.
     
  • Um die ehrgeizigen Ziele der Energiewende zu erreichen, wäre es laut einer Studie des Fraunhofer Instituts nötig, Photovoltaikanlagen so aufzurüsten, dass sie jährlich 5 Gigawatt Strom generieren können. Zurzeit liegen wir bei etwa 1,75 Gigawatt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Hamburger Solaroffensive, die wir von HAMBURG ENERGIE maßgeblich vorantreiben, fördern den Bau von mehr Solarenergieanlagen bei uns in der Hansestadt.
     
  • Der große Vorteil: Die Flexibilität. Im Vergleich zum Ausbau etwa der Windenergie ist es viel einfacher, neue Photovoltaikanlagen zu installieren. Während nur etwa 2 Prozent der deutschen Landfläche für Windenergieanlagen geeignet sind, lassen sich Solarenergieanlagen an sehr vielen Orten flexibel errichten, ob nun als Freiflächenanlage oder auf Hausdächern.

Wo Solar­energie in Deutschland besonders gut funktioniert

Im Süden Deutschlands gibt es statistisch gesehen tatsächlich mehr Sonnenstunden als hier bei uns im Norden. Der Anteil der Solarenergie an Strom aus erneuerbaren Energien klingt im Süden daher auch ziemlich beeindruckend: In Bayern und Baden-Württemberg, den Bundesländern mit den meisten Sonnenstunden, liegt er bei etwa 30 Prozent Strom aus Photovoltaikanlagen.

Doch auch in Hamburg liegt dieser Anteil am Gesamtstrom aus erneuerbaren Energien bei immerhin rund 20 Prozent – das ist in etwa der bundesdeutsche Durchschnitt. Es gibt sogar mitten in der Stadt noch Luft nach oben: Der Solaratlas weist eine große Zahl an gut oder sehr gut geeigneten Dachflächen aus, auf denen Solarenergie über Photovoltaik oder Solarthermie nutzbar wäre, sodass sich der Anteil in den kommenden Jahren leicht steigern lässt. Werfen Sie doch mal einen Blick: Ist Ihr Haus vielleicht auch ein Rohdiamant in Sachen Solarenergie?

Hamburg ENERGIE setzt auf Photo­voltaik

HAMBURG ENERGIE betreibt fast ausschließlich Photovoltaikanlagen: Insgesamt sind es bis heute mehr als 30 Anlagen (Stand August 2018), verteilt über alle Hamburger Bezirke. Eine im wahrsten Sinne des Wortes große Ausnahme bildet der Energiebunker in Wilhelmsburg: Hier ist eine Solarthermieanlage installiert. Auf einer Fläche von 1.350 Quadratmetern tragen Solarkollektoren dazu bei, das Wilhelmsburger Nahwärmenetz zu speisen. Mit einer thermischen Leistung von rund 750 Kilowatt ist dies die größte Solarthermieanlage Deutschlands.

Auf dem Energieberg in Georgswerder betreibt HAMBURG ENERGIE zudem die größte freistehende Photovoltaikanlage der Republik: Allein diese Anlage versorgt rund 170 Haushalte mit Ökostrom. Insgesamt erzeugen die Photovoltaikanlagen von HAMBURG ENERGIE elektrische Energie von mehr als 12,3 Megawatt, das ist genug für den Strombedarf von über 4.300 Haushalten.

 

Der Solaratlas für Hamburg

Als Hausbesitzer können Sie Ihre Dachfläche sinnvoll nutzen, indem Sie die Kraft der Sonne für die Heißwassergewinnung (Solarthermie) oder Stromerzegung (Photovoltaik) verwenden. Das schont nicht nur das Klima, sonder langfristig auch Ihren Geldbeutel.

Bevor Sie die Installation einer solchen Anlage in Erwägung ziehen, sollten Sie sich jedoch die Frage stellen, wie viel Sonne wirklich auf Ihr Dach scheint. Mit dem Hamburger Solaratlas können Sie diese Frage jetzt ganz einfach beantworten. Die Bedienung ist kinderleicht: Tragen Sie Ihre Adresse in die Eingabezeile ein und klicken Sie auf die Lupe, um die Abfrage zu starten. Ein grün markiertes Dach ist hervorragend für die Nutzung von Sonnenenegie geeignet, ein rot markiertes Dach hingegen nur eingeschränkt.

 

Der Solaratlas ist in Kooperation mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung der Stadt Hamburg (LGV) entstanden.

 

 

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