Windkraft

Ökostrom aus Hamburgs steifer Brise

Als Hamburger kennen wir die steife Brise, die uns im Norden häufig um die Nase weht. Für uns liegt nichts näher, als genau diese Windenergie für unsere Kunden sinnvoll zu nutzen. HAMBURG ENERGIE ist heute der größte Windenergieerzeuger in der Hansestadt. In über 20 Windkraftanlagen in und um Hamburg, erzeugen wir den größten Teil unseres regionalen Ökostroms. Wie das funktioniert, was die Vorteile von Windenergie sind und wo rund um die Elbe Strom aus Wind für unsere schöne Stadt gewonnen wird, erfahren Sie hier.

WIE FUNKTIONIERT EINE WIND­KRAFT­ANLAGE?

Die Nutzung von Windenergie ist eine der ältesten Formen der Energiegewinnung. Schon seit Jahrtausenden nutzt der Mensch diese ursprüngliche Kraft der Natur um seine Arbeit zu erleichtern: Etwa um Wasser aus der Tiefe zu fördern, oder um Getreide zu mahlen. Und auch heute noch werden in abgelegenen Regionen fernab des Stromnetzes Windräder nach wie vor genau so eingesetzt.

Eine moderne Windkraftanlage sieht inzwischen natürlich ganz anders aus – hier wird ja auch kein Getreide gemahlen, sondern Strom erzeugt. Das Grundprinzip der Stromerzeugung in einem Windrad sieht dabei wie folgt aus: Der Wind setzt die Rotorblätter in Bewegung. Die Drehung erzeugt mechanisch Energie, die von einem Generator im Windrad in Strom umgewandelt wird.

 

DIE VOR­TEILE VON WIND­KRAFT

  • EFFIZIENT: Die Stromgewinnung aus Wind ist besonders effizient: Moderne Windkraftanlagen können etwa 50 Prozent der Windenergie in mechanische Energie umwandeln. Damit sind sie effizienter als die meisten konventionellen Kraftwerke, die fossile Brennstoffe wie Kohle in Strom umwandeln. Diese liegen mit ihrem Wirkungsgrad eher zwischen 30 und 45 Prozent, und dabei ist der Energieaufwand für den Kohleabbau noch nicht berücksichtigt.

  • WIRTSCHAFTLICH: Während der etwa zwanzigjährigen Lebensdauer einer Windkraftanlage erwirtschaftet sie 70- bis 90-mal so viel Energie, wie für die Herstellung und den Bau verbraucht werden. Schon nach rund einem halben Jahr hat eine moderne Anlage also bereits mehr Energie produziert, als für ihre Errichtung gebraucht wurde.

  • ÖKOLOGISCH: Windstrom zieht zudem so gut wie keine weiteren Kosten oder Risiken durch Umwelt- oder Gesundheitsschäden nach sich: Es gibt quasi keine Treibhausgasemissionen und der Eingriff in die Umwelt ist minimal – insbesondere im Vergleich zum Kohleabbau im Tagebau, der ganze Regionen radikal und nachhaltig umgestaltet.

  • NACHHALTIG: Ein Windrad kann nach Ende seiner etwa zwanzigjährigen Lebensdauer abgebaut und zu 80 bis 90 Prozent recycelt werden. Toxische oder radioaktive Abfälle, die bei der konventionellen Energieerzeugung in großen Mengen anfallen, bleiben aus.

 

WIND­ENERGIE ALS BAU­STEIN DER ENERGIE­WENDE

Deutschland hat sich für die Energiewende ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2030 sollen 65 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne gedeckt werden. Und auch Hamburg treibt den Ausstieg aus fossilen und atomaren Energiequellen voran. Die Hansestadt hat eigens einen Masterplan Klimaschutz verabschiedet mit dem Ziel, ihre CO2-Emissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent zu reduzieren. Kunden von HAMBURG ENERGIE erleben die Energiewende mit unseren Ökostrom-Angeboten schon heute. Windenergie ist sowohl bei uns an der Elbe als auch bundesweit eine der wichtigsten Energiequellen, um die Energiewende voranzutreiben:

  • 2017 konnten bereits 38 Prozent der deutschen Stromproduktion aus regenerativen Energien bereitgestellt werden.
     
  • Davon stammt rund die Hälfte aus Windkraft – Tendenz steigend.
     
  • Allein innerhalb der letzten vier Jahre hat sich die Leistung der Windkraftanlagen in Deutschland auf mehr als 103 Terawattstunden verdoppelt.

WIND­KRAFT UND NATUR­SCHUTZ

Windenergie und Naturschutz passen so gut zusammen wie Hamburg und der Hafen. Bevor wir eine neue Anlage errichten, werden potenzielle Standorte naturschutzrechtlich streng geprüft, schließlich wollen wir mit unserer Arbeit Hamburg zu einem besseren Ort machen – der Schutz von Pflanzen und Tieren gehört selbstverständlich dazu.

Bei den natur- und artenschutzrechtlichen Prüfungen liegt ein besonderes Augenmerk auf geschützten Vogel- und Fledermausarten. Aufgrund der Größe moderner Windkraftanlagen, besteht für die meisten Tiere heutzutage kaum noch Gefahr, weil ihre Flughöhe unterhalb des Rotorbereichs liegt. Zu Zeiten mit hoher Flugfrequenz, etwa zur Balzzeit, schalten wir unsere Windräder dennoch zur Sicherheit ab.

ON­SHORE UND OFF­SHORE: HIER DREHEN SICH DIE WIND­RÄDER

Windkraftanlagen gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Ausführungen. Kleinstanlagen können auf Dächern montiert werden, um einzelne Häuser ökologisch zu versorgen. Große Windparks sind in der Lage den Strombedarf kompletter Siedlungen zu decken. Meist unterscheidet man vor allem zwischen Onshore-Anlagen (Anlagen auf dem Festland) und Offshore-Anlagen (Anlagen, die auf dem Meer errichtet werden). Im Jahr 2017 gab es in Deutschland rund 29.000 Windkraftanlagen auf dem Festland und 1.200 Anlagen vor den Küsten – die meisten davon in der Nordsee. Das Meer versorgt unser Land also nicht nur mit leckeren Krabben, sondern ist auch Teil einer nachhaltigen Energiegewinnung.

In Deutschland werden inzwischen bevorzugt große Anlagen an Land gebaut. Eine Gesamthöhe von 200 Metern ist dabei ganz normal. Die meisten Onshore-Windräder stehen auf der grünen Wiese – also auf weiten, unbebauten Flächen mit einigem Abstand zu Wohngebieten. Das Besondere an Hamburg: Es gibt in unserer schönen Elbmetropole auch Anlagen im Stadtgebiet, damit der Strom verlustfrei genau da erzeugt werden kann, wo er auch gebraucht wird.

ÖKO­STROM AHOI: WIND­ENERGIE IN HAMBURG

Hamburg ist nicht nur die schönste Stadt der Welt – sondern auch eine besonders grüne Metropole. Damit das so bleibt, macht sich HAMBURG ENERGIE stark für Strom aus erneuerbaren Quellen. Windenergie hilft uns, Privathaushalte und Unternehmen mit klimafreundlichem Strom zu versorgen.

Damit geben wir uns aber noch lange nicht zufrieden: Wir engagieren uns auch für den Ausbau von Ladesäulen für Elektroautos, sodass Windkraft auch auf den Straßen zum Einsatz kommt und damit die Luft in der Stadt ein bisschen besser macht.

In einer Großstadt wie Hamburg stehen wir beim Ausbau der Windenergie vor besonderen Herausforderungen. Platz ist Mangelware und die Auflagen für den Ausbau der Windkraft sind streng – die Mindestabstände zu Wohnhäusern und Naturschutzgebieten müssen ebenso eingehalten werden wie die Grenzwerte für Schall und Schatten.

Die Hansestadt stellt sich dem jedoch mit großem Engagement: Es gibt aktuell bereits 65 Windräder im Stadtgebiet, und davon betreibt HAMBURG ENERGIE 15 Anlagen. Nach Megawattstunden gemessen ist HAMBURG ENERGIE damit der größte Betreiber von Windkraftanlagen in Hamburg.

HAMBURG ENERGIE MITTEN­DRIN: DER HAFEN­WIND­PARK WÄCHST

Wo kein Platz ist, muss man kreativ werden. Unseren Windkraftanlagen stehen darum an ungewöhnlichen Orten: Beispielsweise auf dem Gelände des Aluminiumherstellers Trimet in Altenwerder, oder auf dem Stahlwerksgelände von ArcelorMittal in Waltershof.

Auf unseren Hafenwindpark sind wir besonders stolz, denn die Standorte haben ganz eigene Herausforderungen und wurden mit großem Aufwand erschlossen. Auf dem Werksgelände sind zwar Schall und Schattenwurf weniger problematisch als etwa in der Nähe von Wohngebieten, dafür gibt es andere Faktoren, die beachtet werden müssen, schließlich arbeiten tagtäglich Menschen am Fuße unserer Windräder.

So sind die insgesamt sechs Windräder an diesen beiden Standorten mit zahlreichen Sensoren und Kamerasystemen ausgestattet, um bei Eisschlaggefahr zu warnen (herunterfallendes Eis von den Rotorblättern kann im Winter ein Problem darstellen), und es wurden spezielle Schutzdächer errichtet. Zudem wird der Brandschutz großgeschrieben: Hier inmitten von belebten Industrieanlagen haben die Windräder maßgeschneiderte Warn- und Löschsysteme.

Der Einsatz für die Windenergie mitten in der Stadt lohnt sich. Allein die drei Windräder auf dem Gelände von ArcelorMittal produzieren im Jahr gut 23 Gigawattstunden – das entspricht dem Strombedarf von mehr als 8.000 Haushalten. Schon heute kann HAMBURG ENERGIE mit seinen Windkraftanlagen mehr als 50.000 Hamburger Haushalte mit sauberer Energie versorgen.

„Die Energiewende in Deutschland findet häufig auf der grünen Wiese statt. Unsere Mannschaft beweist Tag für Tag, dass eine ökologische Energieerzeugung auch in einer Metropole wie Hamburg erfolgreich möglich ist. Mit den Erfahrungen aus den bisherigen Projekten planen wir bereits die Erschließung weiterer Standorte.“

MICHAEL PRINZ
Technischer Geschäftsführer von
HAMBURG ENERGIE

 

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Kraft-Wärme-Kopplung

Wie die Stromerzeugung und Wärmegewinnung über Kraft-Wärme-Kopplung genau funktioniert, welche Vorteile sie hat und wo Hamburger schon jetzt den Strom aus ihrem Quartier nutzen können, erfahren Sie hier.

Mehr erfahren

Energiebunker

Hier erfahren Sie alles über die Geschichte des Energiebunkers, die Technologien, die dort zum Einsatz kommen und wie HAMBURG ENERGIE schon jetzt andere Quartiere nach dem gleichen Prinzip mit Ökostrom und Wärme versorgt.

Mehr erfahren

Virtuelles Kraftwerk

Wenn man viele kleine Energieerzeugungsanlagen intelligent miteinander vernetzt, spricht man von einem virtuellen Kraftwerk – bei HAMBURG ENERGIE nennen wir das „Energiephilharmonie“.

Mehr erfahren