Umwelt­freundlich durch Blankenese

Der VHH-Elektrobus

Klein, wendig und einen Buckel auf dem Rücken – das ist der neue Elektrobus der VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG), der seit Dezember seine Runden in Blankenese fährt. Versorgt wird er mit Ökostrom von HAMBURG ENERGIE. Eine Testfahrt.

„15 Prozent Steigung meistert die Bergziege auf einer Fahrtstrecke, vielleicht setzen Sie sich lieber hin“, begrüßt uns VHH-Pressesprecher Martin Beckmann, als wir in den kleinen Elektrobus steigen, der seit Anfang Dezember Fahrgäste durch Blankenese bugsiert. Bergziege – der Name kommt nicht von ungefähr. Enge Kurven, steile Straßen und eine Umrundung des Wasebergs inklusive Berg- und Talfahrt erwarten den Elektrobus bei jeder Tour. „Wir haben uns für den Einsatz von E-Bussen im Linienbetrieb für die Strecke hier in Blankenese entschieden, da sie mit 72 Metern Höhendifferenz auf einer Länge von 800 Metern zwar sehr anspruchsvoll ist, mit 18 Minuten Fahrzeit aber doch recht kurz. So können wir schnell eingreifen, falls etwas nicht funktioniert, wie es sollte“, erklärt Beckmann.

Bis jetzt sieht es aber danach aus, als ob der Einsatz des ersten rein akkubetriebenen Elektrobusses in Hamburg ein voller Erfolg ist. Nur drei Prozent seiner gesamten Stromladung verbraucht er auf der insgesamt 5,2 Kilometer langen Strecke durch Blankenese. Weil er während der Talfahrten fast soviel Strom produziert, wie er bergauf benötigt. Ein wirklich umweltfreundliches Gefährt ist sie, die Bergziege.

Auch Patrick Mike Ullrich ist begeistert. Der Busfahrer fährt die Bergziege von der ersten Stunde an und kann nur Positives berichten. „Elektrobusse sind ruckelfrei und viel angenehmer beim Fahren als Dieselfahrzeuge. Außerdem trifft man auf dieser Strecke immer wieder bekannte Gesichter.“ Man kennt sich in den dorfähnlichen Gassen Blankeneses. Und so ist es auch keine Seltenheit, dass zum Beispiel der Theaterschauspieler Heinz Lieven in der Bergziege mitfährt.

„Tja, eigentlich wäre das um diese Uhrzeit genau seine Fahrt“, erzählt Patrick Mike Ullrich. „Da haben Sie heute wohl kein Glück. Vielleicht beim nächsten Mal.“ Aber auch die anderen Anwohner freuen sich über den Einsatz des Elektrobusses in ihrem Viertel, hängten bei der Jungfernfahrt im Dezember sogar ein Schild über die Straße: „Blankenese begrüßt die erste E-Bergziege!“ Kein Wunder, ist das Elektrofahrzeug doch im Gegensatz zu seinen Dieselkollegen viel leiser und stößt keine umweltschädlichen Abgase aus, wenn er alle 20 Minuten an den Fenstern der Häuser vorbei fährt. Und so ist das Fazit nach den ersten 100 Fahrtagen auch bei der HVV ein positives. „Sollte es weiter so gut laufen, steht dem Einsatz weiterer Elektrobusse in Hamburg nichts mehr im Weg“, sagt Pressesprecher Martin Beckmann. „Die Elektrobusse entsprechen unseren ökologischen Grundsätzen voll und ganz, daher werden wir ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse anschaffen.“ Dann bekommt die Bergziege Gesellschaft auf den Straßen Hamburgs – von anderen klimafreundlichen Fahrzeugen.