Vergleichs­portale

Worauf Sie achten sollten

Vergleichsportale für Stromtarife locken mit hohen Einsparungen bei den Energiekosten. Doch woran erkennt man seriöse und unabhängige Anbieter, und was gilt es zu beachten? HAMBURG ENERGIE zeigt, worauf es ankommt.

Wer sich einen Überblick verschaffen will, erkennt schnell: Der Markt für Stromanbieter ist unübersichtlich wie nie. Vergleichsportale versprechen Abhilfe. Doch Achtung: Eine Studie der Stiftung Warentest deckt Stolperfallen bei Vergleichsportalen auf.

Die erste große Hürde für Verbraucher liegt in den voreingestellten Suchoptionen der Vergleichsportale. Werden die Kriterien nicht selbst verändert, führen Tarife mit hohen Bonuszahlungen die Ergebnisliste automatisch an. Dabei wird der Bonus schon vom Gesamtpreis abgezogen: Der ausgewiesene Preis bezieht sich nur noch auf das erste Jahr, nicht aber auf alle folgenden. Außerdem wird häufig erst im Kleingedruckten deutlich, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um den Bonus zu erhalten. Nicht selten macht auch eine Erhöhung der Preise nach Vertragsabschluss den ursprünglichen Preisvorteil wieder zunichte. Laut Stiftung Warentest weisen viele Portale nicht deutlich genug auf solche Klauseln hin.

Vergleichs­portale verdienen an Vertrags­abschlüssen

Auch die Geschäftsmodelle von Vergleichsportalen stehen in der Kritik. Die meisten finanzieren sich über Werbung und Provisionen, die sie für die Vermittlung von Stromkunden erhalten. Die Höhe dieser Provisionen ist für Kunden aber nicht transparent. Auch über Kooperationen mit Stromanbietern wird nicht ausreichend informiert. So empfehlen einige Portale Anbieter, die kaum Vorteile für Verbraucher bieten. Als Verbraucher ist man also gut beraten, sich zusätzlich eine eigene Meinung zu bilden und interessante Anbieter selbst unter die Lupe zu nehmen.

Geiz ist nicht immer geil

Vor dem Vergleich sollte man sich möglichst genau über den tatsächlichen eigenen Verbrauch informieren und die Voreinstellungen der Suchmaschinen an die individuellen Anforderungen anpassen. Denn beispielsweise bei Paketpreisen kann es für Kunden richtig teuer werden, wenn sie ober- oder unterhalb einer definierten Mindestverbrauchsmenge bleiben.

Bei der Wahl des Stromanbieters sollte aber nicht nur der Preis pro Kilowattstunde ausschlaggebend sein. Neben der ökologischen Stromqualität kommt es auch auf die Gestaltung der Vertragsbedingungen und die Servicequalität an. Insbesondere bei Discountanbietern lohnt ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Bevor man einen Vertrag eingeht, sollte man sich den Partner genau anschauen. Viele Anbieter sind nicht unabhängig, sondern Ableger anderer Unternehmen.

Beim Vergleichen von Tarifen ist es ratsam, auf diese Kriterien zu achten:

  •     Preisgarantien schützen vor unerwarteten Preissteigerungen. Achten Sie vor allem darauf, welche Preisbestandteile die Preisgarantie einschließt – und welche nicht!
  •     Durch eine kurze Kündigungsfrist und Anschlusslaufzeit im Falle einer automatischen Vertragsverlängerung bleiben Sie unabhängig und flexibel.
  •     Bei monatlicher Zahlungsweise des Abschlags haben Sie Ihre Kosten jederzeit voll unter Kontrolle.
  •     Wer Ökostrom will, sollte auf unabhängige Auszeichnungen wie das ok-power-Gütesiegel achten.