Hamburg Energie plant CO2-neutrale Wärmeversorgung von 70.000 Einwohnern

Gemeinsam mit einem starken Konsortium aus Industriepartnern sowie den Hochschulen CAU Kiel und HAW Hamburg plant HAMBURG ENERGIE, im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg eine klimaschonende, energieeffiziente und gleichzeitig bezahlbare Wärmeversorgung zu etablieren. Das Projekt kombiniert in einmaliger Weise regenerative fluktuierende und grundlastfähige Erzeuger und erlaubt die Realisierung eines fertig entwickelten Geothermieprojekts, das für Hamburg, aber auch die gesamt norddeutsche Tiefebene, Pilotcharakter hat. Das Großprojekt mit dem Namen „Integrierte Wärmewende Wilhelmsburg,“ kurz IW³, hat sich im Rahmen der Ausschreibung „Reallabore der Energiewende“ des BMWi um eine Förderung beworben.

Das Projekt IW³ soll zeigen, dass ebenfalls in gewachsenen großstädtischen Quartieren durch die Kombination von regenerativen Erzeugungstechnologien und innovativen Vermarktungsmodellen eine netzgebundene Wärmeversorgung zu sozialverträglichen Preisen machbar ist. Durch seine Insellage bietet sich Wilhelmsburg besonders an, um die Transformation der urbanen Wärmeversorgung in einem räumlich klar umgrenzten Gebiet prototypisch zu entwickeln. Insgesamt könnte mit dem Projekt ein entscheidender Schritt hin zu einer weitgehend CO2-neutralen Wärmeversorgung von Neubau und Bestand für perspektivisch über 70.000 Einwohner in Wilhelmsburg gemacht werden. Ziel ist es, den Stadtteil mittelfristig zu einem Ausgangspunkt für eine Transformation einer Großstadt zu machen, so dass er als Leuchtturm und Modell für die Energie- und Wärmewende in urbanen Räumen dienen kann.

Thomas-Tim Sävecke, Bereichsleiter Produktion bei HAMBURG ENERGIE sagt: "Wir wollen in Wilhelmsburg diese einmalige Chance nutzen, die Wärmewende in einer der größten Städte Deutschlands aktiv umzusetzen und so eine Blaupause für die Entwicklung weiterer Standorte für geothermische Lösungen zu schaffen. Das norddeutsche Becken ist potenziell sehr gut für Geothermie geeignet - um dieses riesige Potenzial zu heben, bedarf es jedoch einer geeigneten Anschubförderung durch die Bundesregierung."

Katherina Reiche, VKU-Hauptgeschäftsführerin, sieht in Reallaboren großes Potenzial für Stadtwerke: „Der VKU hat sich stets für die Förderung von Reallaboren eingesetzt. Sie sind ein gutes Instrument, neue Technologien und Lösungsansätze für die Energiewende zu erproben. Die Projektvielfalt bei den Reallaboren zeigt, dass gerade Stadtwerke eine herausragende Rolle bei der Bewältigung lokaler Herausforderungen der Energiewende spielen.“

Das über die letzten zehn Jahre intensiv entwickelte geothermische Konzept sieht eine stetige Versorgung mit Wärme vor, die durch schwankende Erzeugung und Speicherung weiterer regenerativer Energiequellen optimal ergänzt werden kann. Gleichzeitig trägt es dem begrenzten Platzangebot des urbanen Gebiets Rechnung. Das Vorhaben soll ein Thermalwasserreservoir erschließen, das sich in rund 3.500 m unter der Oberfläche befindet.

Neben einer geothermischen Anlage sollen weitere erneuerbare Wärmeerzeuger mittels eines virtuellen Kraftwerks zentral gesteuert werden. Für eine hohe Kosten- und CO2-Effizienz ist der Einsatz von Wärmespeichern vorgesehen. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts ist die Etablierung eines lokalen Wärmemarktplatzes für die regenerative sowie sektorenübergreifende Wärmeversorgung - darüber können unterschiedliche Wärmequalitäten mit verschiedenen Nutzerinteressen kombiniert werden.

Mit IW³ baut HAMBURG ENERGIE auch auf sein langjähriges Engagement in verschiedenen Forschungsprojekten des 6. Energieforschungsprogramms des BMWi auf und überträgt die daraus gewonnenen Erkenntnisse nun auf die Planung realer Umsetzungsprojekte. Das Projekt soll noch in diesem Jahr starten.

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