2011 – Biogas made in Hamburg

12.09.2019

Mitten in Hamburg städtischen Ökostrom aus Wind und Sonne gewinnen? Dass das klappt, hat HAMBURG ENERGIE bereits 2009 und 2010 gezeigt. Doch wie sieht es mit Biogas aus? Als erster Energieversorger bieten wir 2011 erstmals städtisches Biogas an – gewonnen auf dem Klärwerk Hamburg.

Die Energiewende ganzheitlich betrachten – das ist ein Ansinnen nicht nur von HAMBURG ENERGIE, sondern auch von unserem Mutterhaus HAMBURG WASSER. Das Klärwerk Hamburg im Hamburger Hafen, bestehend aus dem Verbund der Anlagen auf Köhlbrandhöft und Dradenau, war einst einer der größten Energieverbraucher der Hansestadt. Mittlerweile ist es mehr als eine Anlage zur Reinigung von Abwasser. Windkraft- und Photovoltaikanlagen machen zusammen mit Blockheizkraftwerken das Klärwerk zum ökologischen Kraftwerk. Und es entwickelt sich weiter, hin zu einer modernen urbanen Mine – Abfall und Abwasser sind Rohstoffe für die Energiewende geworden.

Biogas aus Abwasser

Dreh- und Angelpunkt dafür sind die Faultürme. Weithin sichtbar stehen sie im Hamburger Hafen und zeigen deutlich den Standort des Klärwerks an. Der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm wird hier in diesen Behältern ausgefault. Bakterien, die den Klärschlamm verwerten, produzieren dabei Faulgase, vor allem Methan. HAMBURG WASSER installierte 2011 eine Aufbereitungsanlage auf dem Klärwerk, in welcher das Faulgas auf Erdgasqualität gereinigt und anschließend ins Hamburger Gasnetz eingespeist wird. HAMBURG ENERGIE betreut seitdem die weitere Vermarktung des städtischen Biogases.

Zum Start der Anlage gingen wir von etwa 18 Millionen Kilowattstunden städtischem Biogas aus, welches pro Jahr als Überschuss auf dem Klärwerk produziert werden würde. Durch bessere Prozesse und die kontinuierliche Optimierung der komplexen Systeme auf dem Klärwerk liegen wir heute bei einer Einspeisung von fast 28 Millionen Kilowattstunden. Und die städtische Biogasproduktion steigt weiter. Während unsere Kolleginnen und Kollegen von HAMBURG WASSER immer mehr umweltfreundliches Gas produzieren, kommt die 2011 errichtete Aufbereitungsanlage an ihre Grenzen. Derzeit wird eine zweite Anlage installiert, die Anfang 2020 in Betrieb gehen soll. Dann rechnen wir mit bis zu 50 Millionen Kilowattstunden Biogas – made in Hamburg.