Energiewende mit Überzeugung und Innovation

10.10.2019

Mit "MeinQuartierstrom" zeigen wir 2014 erstmals, wie die dezentrale Energieversorgung mit der Kombination von Wärme und Strom funktionieren kann. Im BVE-Wohnquartier im Tinsdaler Heideweg leisten wir mit einem hocheffizienten Blockheizkraftwerk (BHKW) nicht nur einen Beitrag für den Klimaschutz, sondern schonen dank besonders günstigem lokalen Strom auch noch den Geldbeutel der Anwohner. Diese Innovationskraft überzeugt nicht nur Projektpartner, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger Hamburgs: 2014 können wir unsere 100.000 Kundin begrüßen.

Nach nur fünf Jahren am Markt übertraf HAMURG ENERGIE die eigene Planung: gegen den damaligen Trend der Ökostrom-Branche verzeichneten wir einen beständigen Kundenzulauf. Ende des Jahres berüßten wir die 100.000 Kundin beim städtischen Energieversorger. Unser damaliger Geschäftsführer Michael Beckereit überreichte Inken Hansson aus Hamburg-Volksdorf persönlich im KundenCenter am Ballindamm ein E-Bike als Willkommensgeschenk.

Und das Wachstum hielt an: HAMBURG ENERGIE verzeichnete einen beständigen Kundenzulauf. Wir setzten weiterhin auf ein nachhaltiges Wachstum, wobei wir unserer Rolle als städtischer Energieversorger treu blieben und bleiben: Wir setzen auf monatlich kündbare Tarife und verzichten auf Bonustricks. Dafür bieten wir unseren Kundinnen und Kunden mehr als nur 100 % Ökostrom, sondern oben drauf noch persönliche Beratung vor Ort in unserem Kundencenter am Ballindamm und ein weithin sichtbares Engagement für die Energiewende.

KUNDENWACHSTUM

"Mit diesem Wachstum sind wir das erfolgreichste Rekommunalisierungsprojekt Deutschlands. Kein anderer Energieversorger hat in einer so kurzen Zeit so viele Kunden gewonnen."

Michael Beckereit, 2009–2017 Geschäftsführer von HAMBURG ENERGIE

Wärme und Strom direkt vor Ort

2014 setzte HAMBURG ENERGIE gemeinsam mit dem Bauverein der Elbgemeinden (BVE) im Rahmen eines Wärmecontractings erstmals ein Projekt mit „MeinQuartierstrom“ um. Kern des Projekts ist ein Container, genauer gesagt handelt es sich dabei um ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk (BHKW). Es erzeugt umweltfreundliche Energie direkt vor Ort und liefert sie ohne Umwege zu den 80 Mietparteien des BVE-Wohnquartiers im Tinsdaler Heideweg. Wie bei einer Tomate aus dem eigenen Garten weiß der Verbraucher hier tatsächlich ganz genau, wo sein Strom und seine Wärme herkommen.

Ein warmes Zuhause dank klimaschonender Energie aus hauseigener Produktion: Hinter dieser einfachen Idee stehen innovative Ingenieurleistungen, modernste Technologien und unser Einsatz für Hamburgs Energiewende. Mit dezentralen Versorgungslösungen wie diesen machte HAMBURG ENERGIE im Jahr 2014 gut 200 Verbraucher zu „Energieselbstversorgern“.

Wärmespeicher als zentrale Innovation

Das BHKW im Tinsdaler Heideweg ist ein Paradebeispiel für innovative Energietechnologie. Im Inneren des Containers arbeitet ein gasbetriebener Motor leise und unbemerkt vor sich hin. Die Überwachung und Steuerung erfolgt digital aus der Ferne. Von der ersten Planung über die Realisierung bis hin zur endgültigen Inbetriebnahme Ende 2014 waren nicht nur technisches Know-how und ein gutes Projektmanagement gefragt, sondern auch ganz praktische logistische Fragen zu klären. Denn das BVE-Quartier war kein Neubau, das Projekt keine „grüne Wiese“. Schwerlast-LKW, Kran und ein neun Meter langer Container wollten durch die Bäume der Anlage hindurch an den richtigen Platz manövriert werden, ein lokales Stromnetz aufgebaut und die alte Heizzentrale zum neuen Verteilerknoten für die umweltschonende Wärme umgebaut werden.

Kompaktes Kraftpaket

Ein Blockheizkraftwerk erbringt maximale Leistung auf kleinstem Raum: Mithilfe eines hocheffizienten Verfahrens, der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), werden gleichzeitig Strom und Wärme gewonnen. Erdgas oder regenerative Brennstoffe wie Biomethan treiben einen Verbrennungsmotor an. Dieser Motor setzt einen Generator in Bewegung, der die erzeugte Kraft in Strom umwandelt. Parallel wird die entstehende Abwärme über mehrere Wärmetauscher rückgewonnen und direkt vor Ort für Heizwärme und Warmwasserbereitung genutzt. Dank dieser kombinierten Energiegewinnung steigt der Nutzungsgrad eines BHKW auf bis zu 95 Prozent, die CO2-Bilanz verbessert sich im Gegensatz zum konventionellen Energiemix deutlich.

Heimvorteil: Quartierstrom

Zusammen mit dem Bauverein der Elbgemeinden (BVE) hat HAMBURG ENERGIE 2014 die Versorgung von mehr als 200 Wohnungen auf Blockheizkraftwerke umgestellt: neben dem Tinsdaler Heideweg in Hamburg-Rissen auch die BVE-Wohnquartiere Tegelsbarg und Raapeweg in Poppenbüttel. Im Rahmen der Modernisierung der Heizzentrale durch ein BHKW wurde auch erstmals das Projekt „MeinQuartierstrom“ realisiert. Normalerweise wird ein Blockheizkraftwerk für ein Wohnquartier so ausgelegt, dass es die sogenannte Wärme-Grundlast der angeschlossenen Verbraucher deckt, also das tägliche Warmwasser und einen Teil der Heizenergie. An besonders kalten Tagen steht zusätzlich ein konventioneller Gaskessel zur Verfügung, der Bedarfsspitzen bei der Wärmeversorgung auffängt. Der von dem BHKW vor Ort erzeugte Strom wurde dabei bisher ins öffentliche Netz eingespeist. Anders hier: Die produzierte Energie steht als Quartierstrom direkt den Verbrauchern in den angeschlossenen Gebäuden – also den Anwohnern – ohne Umwege über das öffentliche Netz zur Verfügung.

Umweltschutz ohne Umwege

Dezentrale Versorgungslösungen wie das BHKW sparen sich den Umweg über das öffentliche Stromnetz – und auch die damit verbundenen Steuern und Abgaben. Deshalb ist lokal produzierter Strom besonders kostengünstig für die Verbraucher. Die sinnvolle Kombination aus klimaschonender Erzeugung und dezentraler Versorgung schafft einen doppelten Mehrwert.

Über 70 Prozent der Mieter des BVE-Quartiers im Tinsdaler Heideweg hat dieses Konzept bereits überzeugt. Mit ihrem Wechsel zu HAMBURG ENERGIE und der Entscheidung für die Versorgung mit Quartierstrom leisten sie einen Beitrag zum Umweltschutz. Auch der BVE profitiert von unserer Kooperation: Im Zuge der notwendigen Umbauarbeiten der Heizungsanlage wurden umfassende energetische Sanierungsmaßnahmen des Gebäudes vorgenommen, die durch Fördermittel der KfW und der IFB unterstützt wurden.

Wegweisende Projekte wie diese sind eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Wohnungsbauunternehmen wie der BVE steigern ihre Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit. Verbraucher wie die Anwohner im Tinsdaler Heideweg genießen ein warmes Zuhause und günstige Strompreise. Nicht zuletzt werden der Umwelt erhebliche CO2-Emissionen erspart. Das Erfolgsrezept setzt sich fort: Stand heute betreibt HAMBURG ENERGIE 21 Blockheizkraftwerke (BHKW) an verschiedenen Standorten und in verschiedenen Quartieren überall in Hamburg.

Energie aus Sonne, Wind und ... Grünschnitt?

Neben dem Ausbau von Wind- und Solarkraft kommt 2014 ein neues Segment bei HAMBURG ENERGIE hinzu: das Biomasse-Kraftwerk von BEBC in Brunsbüttel. Gemeinsam mit Koehler Renewable Energy hatten wir das Werk anteilig von den Stadtwerken Flensburg erworben. Hier werden jährlich rund 44 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Durch die Verbrennung von regenerativer Biomasse (Holz aus der Landschaftspflege, insbesondere Knickschnitt) entstehen große Mengen heißer Dampf, die im BEBC-Werk einer Dampfturbine zugeführt werden. Diese treibt einen Generator mit einer Leistung von 7,5 MW an. Jährlich werden rund 80.000 Tonnen des entstehenden Dampfes ausgekoppelt und mit einer Temperatur von 180 Grad Celsius der Dampfpipeline zugeführt, um das benachbarte Sasol Werk mit Wärmeenergie zu versorgen. Die Versorgung erfolgt über eine unter dem Nordostseekanal verlaufende, 3,6 Kilometer lange Dampfpipeline. Dadurch ist es Sasol Germany möglich, die Leistung des werkseigenen Kraftwerks in Brunsbüttel – und damit die CO2-Emissionen – um rund ein Drittel zu senken.