Faire Angebote ohne Bonustricks

Warum wir keine Datenbanken gegen Bonushopper brauchen

03.11.2020

Neukunden-Bonus, Sofort-Bonus, Treue-Bonus – der Wettbewerb am Strommarkt ist geprägt von Bonuszahlungen, insbesondere auf den gängigen Vergleichsportalen. Teilweise geht es um mehrere hundert Euro. Dabei suggerieren die Boni einen Vorteil, den die jeweiligen Tarife häufig gar nicht halten können: ein besonderes Schnäppchen zu sein. Als städtischer Ökostromversorger machen wir bei diesen Praktiken nicht mit. Wir setzen auf faire Tarife mit langfristigen Preisgarantien – ohne Bonustricks.

Denn die Boni verzerren das Bild. Die tatsächlichen Stromkosten liegen häufig deutlich höher. Und die Preise des vermeintlich günstigen Tarifs werden auch gerne zum nächstmöglichen Zeitpunkt angehoben. Die Stromanbieter setzen darauf, dass Kundinnen und Kunden, die mit Bonuszahlungen angelockt wurden, nach der Auszahlung des Betrages einfach vergessen, die aktuellen Kosten wieder zu vergleichen und zu wechseln. Langfristig sind dadurch viele Tarife schon nach dem ersten Jahr teurer, als vergleichbare Angebote ohne Bonuszahlungen. Am Ende zahlen das die Verbraucherinnen und Verbraucher – und zwar häufig mehr, als ihnen der Bonus je eingebracht hat.

Gerade die gängigen Vergleichsportale geben deshalb die Devise aus: häufig wechseln. Das ist natürlich kaum verwunderlich, schließlich verdienen die Vergleichsportale ja an jedem neuen Vertragsabschluss. Es sind aber auch gerade diese Portale, auf denen sich die Wettbewerber gegenseitig mit Bonuszahlungen überbieten. Und die Zahl derer, die regelmäßig wechseln, steigt.

Michael Prinz, Geschäftsführer von HAMBURG ENERGIE

 

"Als städtischer Ökostromversorger setzen wir auf faire Tarife mit langfristigen Preisgarantien und monatlicher Kündigungsfrist, ganz ohne Bonustricks. Wer ehrliche Angebote macht, der muss diese nicht künstlich kleinrechnen – und braucht auch keine neue Bonushopper-Datenbank."

Mit einer Datenbank gegen Bonushopper

Die Branche hat so mit den eigenen Bonustricks die Kundinnen und Kunden zu Vielwechslern erzogen. Genau dieser häufige Wechsel bedroht jetzt aber das eigentliche Geschäftsmodell. Stromanbieter, die hunderte von Euro an Bonuszahlungen ausgeben, können damit kaum die eigenen Kosten decken. Manche Tarifangebote in den Portalen haben derart hohe Boni, dass selbst die gesetzlichen Abgaben, Steuern und Entgelte von den tatsächlich zu leistenden Zahlungen nicht mehr gedeckt sind. Hierbei geht es um Geld, welches die Versorger zwar mit dem Strompreis einnehmen, aber direkt an den Staat oder die Netzbetreiber weiterleiten. Die Stromanbieter verdienen also nicht nur nichts an ihren Bonus-Tarifen, sie machen sogar Verluste.

Deshalb rechnen sich Tarife mit Bonustricks für den Stromanbieter häufig erst im zweiten oder dritten Jahr, nachdem der Bonus ausbezahlt wurde und die tatsächlichen Kosten des Vertrages fällig werden. Was aber tun, wenn die Kundinnen und Kunden schon weitergezogen sind?

NDR und Süddeutsche Zeitung berichten aktuell wieder über Pläne der Schufa und der Münchener Auskunftei Crif Bürgel, eine neue Dienstleistung für Energieversorger anzubieten: eine Art Bonushopper-Datenbank. Darüber könnte zum Beispiel erfasst werden, wie oft der Stromanbieter schon gewechselt wurde und in welchen Zeitabständen. Die Verbraucherzentralen befürchten, das darüber besonders wechselwillige Kundinnen und Kunden identifiziert werden könnten. Genau jene also, die jedes Jahr wechseln. Stromversorger hätten damit eine neue rentable Datengrundlage: wer schon häufiger den Stromanbieter gewechselt hat, könnte zukünftig abgelehnt werden. Dagegen würden dann zukünftig Kundinnen und Kunden bevorzugt, die noch nie oder erst nach mehreren Jahren gewechselt haben – also jene, mit denen die Stromversorger trotz der Bonuszahlung noch etwas verdienen.

Bei Bonustricks machen wir nicht mit

Bonusangebote sind für viele Energieanbieter ein Verlustgeschäft – sofern sie die Kosten nicht in den Folgejahren mit deutlichen Preiserhöhungen ausgleichen können. Wenn Neukunden die Bonuszahlungen in Anspruch nehmen und anschließend wechseln, geht die Rechnung für die Stromversorger nicht auf. Am Ende ist das weder für die Verbraucherinnen und Verbraucher noch für die Stromversorger ein nachhaltiges Geschäft.

Wir machen dabei nicht mit. Als städtischer Ökostromversorger setzen wir von Anfang an auf faire Tarife mit langfristigen Preisgarantien und monatlicher Kündigungsfrist – ganz ohne Bonustricks. Wer ehrliche Angebote macht, der muss diese weder künstlich kleinrechnen, seine Kunden nicht mit langen Vertragslaufzeiten knebeln und braucht auch keine neue #Schufa Datenbank.