Wärmewende in Hamburg

Energetische Quartiersentwicklung im Dudenweg

Die Stromwende und der Ausbau Erneuerbarer Energien alleine reichen für eine nachhaltige Energiewende in Deutschland nicht aus. Der Wärmesektor macht über 50 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland aus – und damit spielt die Wärmewende beim Klimaschutz eine große Rolle. Kombinierte Quartierlösungen, die Strom und Wärme direkt vor Ort produzieren, leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Gemeinsam mit der HANSA Baugenossenschaft stellen wir uns im Quartier Dudenweg dieser Herausforderung.

Dieses Projekt wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

 

Gemeinsam mit unserem Partner HANSA Baugenossenschaft errichten wir im Wohnquartier Dudenweg eine neue Wärmeversorgungsanlage für 614 Wohnungen. Grundlage dafür ist ein innovativer Verbund aus umweltfreundlichen Wärme- und Stromerzeugern. Herzstück der Anlage ist eine unterirdische Heizzentrale, von der aus die Bewohner über ein Nahwärmenetz versorgt werden. Die Wärme wird mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und Sonnenkollektoren auf den Dächern des Quartiers erzeugt. Für überdurchschnittliche Wärmebedarfe ergänzen zwei Spitzenlastgaskessel den Verbund.

Auch beim Thema Strom stellt sich das Quartier Dudenweg neu auf. Denn mit dem BHKW in der Heizzentrale kann nicht nur Wärme, sondern gleichzeitig auch Strom erzeugt werden. Diese kombinierte Energiegewinnung führt zu einem besonderes hohen Wirkungsgrad von über 95 Prozent, der weit über anderen konventionellen Erzeugungsverfahren liegt. Diese hohe Effizienz ist nicht nur wirtschaftlich von Vorteil, sie schont gleichzeitig auch die Umwelt. Zukünftig haben die Bewohner dadurch die Möglichkeit, den vor Ort produzierten Strom direkt von uns als umweltfreundlichen Quartierstrom zu beziehen. Der Strom für das Quartier ist außerdem nicht nur umweltschonend, sondern aufgrund der räumlichen Nähe auch noch besonders günstig: bestimmte Abgaben werden für die lokal produzierte und verbrauchte Energie nicht fällig.

Zusätzlich soll das BHKW auch einen Beitrag zur Netzstabilität leisten. Denn überschüssiger Strom wird natürlich weiterhin ins Netz eingespeist.  Der Stromnetzbetreiber erhält dafür die Möglichkeit, das BHKW herunterzufahren, sollte zu viel Strom aus anderen Quellen im Netz sein. Die Energieerzeugung des BHKW kann dann temporär an das Angebot von Strom aus Erneuerbaren Quellen im Stromnetz angepasst werden. Über einen Pufferspeicher und zwei Spitzenlastkessel in der Wärmezentrale wird dabei sichergestellt, dass die Wohnungen im Dudenweg trotz dieser zusätzlichen Funktion des BHKW immer zuverlässig mit Wärme versorgt sind.

Das Ziel des Projektes ist es, all diese einzelnen Maßnahmen und Vorteile zu bündeln. Dadurch soll nicht nur ein maximaler Umweltnutzen entstehen. Auch die Beanspruchung für die Mitglieder der HANSA soll so gering wie möglich gehalten werden.

852 Tonnen CO2

Einsparung im Jahr

Insgesamt wird die energetische Modernisierung des Quartiers Einsparungen von gut 852 Tonnen CO2 im Jahr mit sich bringen. Dafür konnten Fördermittel der Hamburgerischen Investitions- und Förderbank (IFB) gewonnen werden. Außerdem wird das Projekt durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Gemeinsam mit der HANSA Baugenossenschaft prüfen wir weiter, ob sich ähnliche Projekte wie im Dudenweg noch für andere Quartiere im Bestand umsetzen lassen, um damit in Zukunft einen noch größeren Beitrag zur Energiewende und den Klimazielen der Stadt Hamburg leisten zu können.