Erfolgreicher Test: Überschussstrom aus Industrie regional nutzen

Marktkonzept von HAMBURG ENERGIE bringt Verbraucher mit erneuerbaren Energieanlagen zusammen

Damit die Energiewende gelingt, braucht es nicht nur ausreichende Speichermöglichkeiten, sondern auch innovative IKT-Lösungen, die beispielsweise einen schnellen regionalen Handel von flexiblen erneuerbaren Energiemengen ermöglichen. Im Rahmen des Verbundprojektes Norddeutsche Energiewende (NEW) 4.0 hat HAMBURG ENERGIE zusammen mit der Ponton GmbH und weiteren Partnern die marktbasierte EnergiePlattform entwickelt und nun erstmals erfolgreich im Realbetrieb getestet.

Für die erste Feldtestphase im NEW 4.0-Projekt hat HAMBURG ENERGIE erstmals handelsseitig Verbraucher und fernwirkseitig Produzenten erneuerbarer Energien über die EnergiePlattform automatisiert geschaltet. So konnten kurzfristige, nicht standardisierte Handelsgeschäfte mit flexiblen Strommengen von Großverbrauchern durchgeführt werden. Als Großverbraucher beteiligten sich hierbei die Industriebetriebe TRIMET Aluminium SE, ArcelorMittal Hamburg GmbH und die Aurubis AG. Diese benötigen einerseits viel Energie für ihre Produktionsprozesse, können aber auch kurzfristig ungenutzten Strom zur Verfügung stellen. Diese Flexibilitäten werden über die EnergiePlattform lokal gehandelt und an andere Verbraucher weitergegeben. Daneben testeten auch kleinere Verbraucher wie die Stadtwerke Norderstedt und Stadtwerke Flensburg ihre Anwendungsfälle zu Smart Meter und einer Power-to-heat-Anlage für die Sektorkopplung auf der EnergiePlattform.

„Es ist toll zu sehen, dass unsere gemeinsam entwickelte Plattform im ersten Praxistest schon so ausgezeichnet funktioniert hat,“ ist Onnen Heitmann begeistert, der bei HAMBURG ENERGIE für Innovation und Entwicklung zuständig ist. „Das ist das Ergebnis einer ausgezeichneten Zusammenarbeit in dieser Projektgruppe. Wir haben tolle erste Erkenntnisse aus dem Test gewinnen können.“ Diese werten die Teilnehmer nun aus und nutzen sie für die Weiterentwicklung und die zweite Feldtestphase, die für das erste Quartal 2020 geplant ist.

EnergiePlattform setzt auf Blockchain

Das Softwarekonzept basiert auf einer Blockchain-Technologie und zielt auf eine bessere Nutzung dezentraler Flexibilitäten, die beispielsweise bei Industrieprozessen freiwerden. So ist es durch Blockchain möglich, die Herkunft des Stroms transparent und anlagengenau nachzuweisen, weil die „grüne“ Eigenschaft der erneuerbaren Erzeugungsanlage auch über mehrere Stationen wie z.B. bei der Sektorkopplung erhalten bleibt. Für die Entwicklung der EnergiePlattform konnte HAMBURG ENERGIE auf sein Wissen und Erfahrungen im Bereich intelligenter Lösungen wie dem virtuellen Kraftwerk HYPE zurückgreifen.

Hintergrund zur Aufgabenstellung:

Stromerzeugung aus volatilen Quellen wie Wind, Sonne oder Überschüsse aus Industriebetrieben lässt sich im Voraus nur ungenau prognostizieren. Bisher wird der Stromhandel eine halbe Stunde bis fünf Minuten vor der Erbringung beendet. Damit wird eine unnötige Unschärfe bei der Stromproduktion hingenommen. Zusammen mit mehreren Partnern arbeitet HAMBURG ENERGIE an einer softwarebasierten Lösung, die Vorlaufzeiten beim Stromhandel drastisch zu reduzieren bzw. perspektivisch einen durchgehenden Handel zu erreichen. Dafür bringt das Verbundprojekt NEW 4.0 Partner aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen, die konstruktiv und engagiert zusammenarbeiten: Ponton GmbH, TRIMET Aluminium SE, Stadtwerke Flensburg, ArcelorMittal Hamburg GmbH, Stadtwerke Norderstedt, Nordex SE, Universität Hamburg, HAW Hamburg, Stiftung Umweltenergierecht. Gefördert wird dieses Projekt im Rahmen des Programms „Schaufenster intelligente Energie“ (SINTEG) durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi).

 

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