Weniger Fleisch, mehr Ökostrom: So schützen Hamburger:innen das Klima

Aktuelles Klimaschutz-Barometer für Hamburg

  • Im Klimawandel sehen Befragte die größte Bedrohung der Zukunft
  • Besonders Jüngere sind besorgt, jedoch leben sie meist weniger klimafreundlich als die Älteren
  • Der Öko-Index zeigt, in welchem Hamburger Bezirk die ökologische Orientierung besonders hoch ist
  • Von der neuen Bundesregierung erwarten Befragte deutlich mehr Anstrengung beim Klimaschutz

Nicht nur die Relevanz für das Thema Klimaschutz ist in den letzten zwei Jahren gestiegen, sondern auch die Sorge vor dem Klimawandel. Dies zeigt das aktuelle Klimaschutz-Barometer für Hamburg – ein repräsentatives Stimmungsbild im Auftrag von HAMBURG ENERGIE zu Haltung und Engagement in Sachen Klimaschutz in der Hansestadt. Die Befragung zeigt zudem, dass sich gegenüber der letzten Umfrage aus 2019 zwar auch konkretes Verhalten geändert hat, allerdings in unterschiedlichem Maße – je nach Alter und Bezirk.

„Neun von zehn Befragten jeden Alters sehen den Schutz des Klimas als entscheidende Bedingung für den Erhalt ihres Lebensstandards und den nachfolgender Generationen“, erklärt Michael Prinz, Geschäftsführer von HAMBURG ENERGIE. „Dabei wollen sie nicht untätig sein, sondern ihren Beitrag leisten. Daher haben viele ihren Lebensstil bereits verändert, erwarten aber auch von der neuen Bundesregierung mehr Engagement in Sachen Klimaschutz“.

Schutz des Klimas immer relevanter
Das Signal ist eindeutig: Der Klimawandel beunruhigt die Menschen hochgradig“, fasst Prinz zusammen. Gaben in einer Befragung aus dem Jahr 2019 noch 86 % an, sich wegen des Klimawandels Sorgen zu machen, ist heute eine leichte Steigerung auf 89 % zu verzeichnen.

Zwei Drittel sagen sogar, dass der Klimawandel eine der größten Bedrohungen der Zukunft ist. Davon sind die 18- bis 39-Jährigen mit 67 % stärker überzeugt als die über 60-Jährigen mit 61 %. Fast alle Befragten (94 %) machen den Menschen mitverantwortlich für den Klimawandel.

Angesichts dieser Besorgnis hat das Thema Klimaschutz bei den Befragten nach eigener Aussage in den letzten zwei Jahren an Relevanz gewonnen. Fast zwei Drittel (64 %) können dem zustimmen, besonders die 18- bis 39-Jährigen (68 %), Haushalte mit Kindern (68 %) und Frauen (68 %).

„Das Gute ist, das jede Einzelne im Alltag effektiv etwas tun kann für mehr Klimaschutz“, erklärt Prinz. „Es gibt so genannte Big Points für ein klimaverträgliches Leben. Damit sind Verhaltensweisen gemeint, mit denen ich meine persönliche CO2-Bilanz verbessern kann. Dazu gehört der Verzicht auf Flugreisen, eine möglichst fleischlose Ernährung und der Bezug von Ökostrom. Daher ist es besonders erfreulich, dass unser Klimaschutz-Barometer gerade in diesen Punkten eine positive Entwicklung zeigt.“

Mit 85 % ist die überwiegende Mehrheit der Befragten auch überzeugt, persönlich einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten zu können. Besonders bei den 40- bis 59-Jährigen hat sich diese Überzeugung seit 2019 deutlich verstärkt – dachten es damals etwa drei Viertel (76 %), sind es heute schon 88 %.

Besonders 40- bis 59-Jährige zeigen gesteigertes Bewusstsein für Klimaschutz
Im Vergleich zur Befragung aus dem Jahr 2019 leben Hamburger:innen insgesamt klimafreundlicher. So geben im aktuellen Klimaschutz-Barometer 51 % an, auf Flugreisen zu verzichten (+ 8 Prozentpunkte), 43 % beziehen aus Klimaschutzgründen Ökostrom (+ 11 Prozentpunkte) und 41 % (+ 8 Prozentpunkte) verzichten auf den Konsum von Fleisch.

Explizit danach gefragt, gibt aktuell die Hälfte der Befragten an, bei ihrem aktuellen Versorger Ökostrom zu beziehen, was eine Steigerung um 13 Prozentpunkten gegenüber 2019 darstellt. Zwar ist in allen Altersgruppen ein signifikanter Anstieg der Ökostrombezieher zu verzeichnen, aber mit 17 Prozentpunkten mehr fällt er bei den 40- bis 59-Jährigen überdurchschnittlich aus und steigt auf 52 %. Die über 60-Jährigen beziehen mit 58 % öfter Ökostrom als die 18- bis 39-Jährigen mit 43 %
(2019: 34 %).

„Das gestiegene Interesse an Strom aus erneuerbaren Quellen spiegelt sich klar in unseren Kundenzahlen wider, die stetig steigen“, führt Prinz aus. Dass Ökostrom so beliebt ist, überrascht ihn nicht: „Schließlich ist der Wechsel zu Ökostrom der einfachste Hebel, die persönliche Klimabilanz zu verbessern. Ein Wechsel ist schnell erledigt und ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt kann so jährlich bis zu zwei Tonnen CO2 einsparen – ohne auf etwas verzichten zu müssen.“

Jüngeren fällt klimafreundliches Verhalten schwerer 
Wie schon die Befragung von 2019 zeigte, leben insgesamt eher die Befragten ab 60 Jahren klimaverträglich als die 18- bis 39-Jährigen, obwohl die Jüngeren mit 91 % besorgter sind wegen des Klimawandels als die Älteren mit 83 %. Diese Ambivalenz scheint ihnen aber zumindest bewusst zu sein, weil insbesondere die Jüngeren zu drei Vierteln der Meinung sind, ihr Verhalten ändern zu müssen, um klimafreundlich zu sein, während das nur etwa die Hälfte (54 %) der über 60-Jährigen so sieht. Zu konkreten Verhaltensänderungen sind die 18- bis 39-Jährigen wiederum seltener bereit als ältere Befragte.

„Man darf dabei aber nicht vergessen, dass gerade im Leben von 18- bis 39-Jährigen viel passiert: Neben dem Schulabschluss starten sie in den Job, wollen Freizeitbeschäftigungen nachgehen oder gründen eine Familie“, erklärt Prinz.

Altona führt das Öko-Ranking der Bezirke an
Im Bezirksvergleich der ökologischen Orientierung zeigen sich besonders die Befragten aus Altona als klimafreundlich und erreichen mit 10,4 Punkten den höchsten Wert im Öko-Index. Sie weisen mit 22 % auch den höchsten Anteil an außerordentlich hoher ökologischer Orientierung aus. Ebenfalls über dem Hamburger Schnitt mit 9,5 Punkten liegen Eimsbüttel mit 10,2 und Bergedorf mit 10. Der Bezirk Mitte besetzt mit 9,5 Punkten den Mittelplatz im Öko-Ranking der Bezirke. Kurz dahinter folgen Harburg mit 9,2 und Wandsbek sowie der Bezirk Nord, die jeweils 9,1 Punkte erreichen.

Der Öko-Index der sieben Hamburger Bezirke basiert auf den Angaben der Befragten, was sie heute schon tun, um sich gegen den Klimawandel einzusetzen. Dabei konnten sie aus elf Tätigkeiten auswählen, die in unterschiedlichem Maße Aufwand oder Verzicht bedeuten. Daher wurden entsprechend unterschiedlich Punkte verteilt, weil beispielsweise Mülltrennen weniger Einschränkung bedeutet als nicht mehr zu fliegen. Die erreichten Indexpunkte weisen einen Durchschnittswert aus. In den Bezirken gibt es eine Verteilung von außerordentlich hohem bis hin zu niedrigem oder keinem ökologischen Verhalten. So engagieren sich die Befragten in allen Bezirken für Klimaschutz, nur tun sie es auf unterschiedliche Weise.

Für noch mehr Klimaschutz wollen zwei Drittel zu Ökostrom wechseln
Die positive Entwicklung ihres eigenen Verhaltens ist den Befragten aber nicht genug und so sagen etwas mehr als zwei Drittel (68 %), dass sie ihr Verhalten ändern müssen, um klimafreundlicher zu sein. Auch hier sind es die 40- bis 59-Jährigen, die ihre Einstellung am stärksten verändert haben, denn sie sind heute zu 72 % davon überzeugt, während es 2019 noch 62 % waren.

Für zwei Drittel der Befragten ist der Bezug von Ökostrom eine Option, zukünftig klimafreundlicher zu leben. Konkret nach ihrer Wechselabsicht gefragt, geben 41 % der Befragten an, zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu einem reinen Ökostromanbieter wechseln zu wollen. 2019 waren es nur 23 %. „Dabei sollten Verbraucher einen genaueren Blick hinter die Tarife werfen, denn Ökostrom ist kein geschützter Begriff“, erklärt Prinz. „Eine gute Orientierung bietet dabei das Grüner Strom-Label der Umweltverbände NABU und BUND, das Tarife mit echtem Umweltnutzen auszeichnet. Wer zu einem echten Ökostromanbieter wechselt, trägt aktiv dazu bei, den Ausbau der Erneuerbaren zu beschleunigen.“

Zukunftsfähige Klimapolitik gefordert
Für 60 % der Befragten war der Klimaschutz ein entscheidender Faktor bei der diesjährigen Bundestagswahl – bei den 18- bis 39-Jährigen sogar mit 64 % überdurchschnittlich wichtig und bei den über 60-Jährigen nur zu 55 %. Die Befragten haben auch eine eindeutige Botschaft an die neue Bundesregierung: Neun von zehn (92 %) fordern, dass sie sich für mehr Klimaschutz einsetzen soll.

So befürworten etwa drei Viertel der Befragten (78 %) den Kohleausstieg der Stadt, der im Hamburger Klimaplan für das Jahr 2030 vorgesehen ist. Auch bei der Frage, welche staatlichen Förderungen beibehalten werden sollen, ist der Ausbau von Erneuerbaren hoch im Kurs. So sprechen sich 70 % der Befragten dafür aus, den Bau von Solaranlagen weiter zu fördern. Außerdem soll der öffentliche Personennahverkehr sowie Heizungs- und Gebäudesanierungen, aber auch der Kauf von Elektroautos weiterhin subventioniert werden.

„Um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, braucht es in Deutschland unbedingt eine Ausbauoffensive für Erneuerbare“, formuliert Prinz seine Forderung. „Denn aufgrund bürokratischer Hürden und Ausbaubeschränkungen sei die gesamtdeutsche Energiewende ins Stocken geraten. Das muss sich ändern – im Sinne des Klimas.“  

 

Studienhintergrund:
An der repräsentativen Umfrage mittels Online-Interviews nahmen 1.000 Menschen ab 18 Jahren teil, die in Privathaushalten in Hamburg leben. Die Befragung wurde vom Nürnberger Marktforschungsinstitut mindline energy GmbH im Auftrag von HAMBURG ENERGIE im Zeitraum vom 10. bis 21. September 2021 durchgeführt. Der älteste Teilnehmer war ein 79-jähriger Mann.

 

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